Oberfranken -

Themenabende der Handwerkskammer Ausbildungsqualität steigern

Die diesjährigen Themenabende der HWK widmeten sich der Ausbildungsqualität. 120 Handwerker und Ausbilder informierten sich darüber am 19. Mai in Bayreuth und am 21. Mai in Buttenheim.

Unter dem Motto „Ausbildung 2015 – Attraktivität der Ausbildung steigern!“ haben Mitarbeiter der Handwerkskammer wie auch externe Referenten wichtige Tipps, interessante Anregungen, aber auch rechtliche Hinweise, rund um das Thema Ausbildung gegeben.

Wie lässt sich die Qualität der Ausbildung verbessern? Wo finde ich Hilfe bei schwierigen Lehrlingen? Was macht meinen Betrieb zur Ausbildung attraktiv? Diese und viele andere Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltungen.

„Reisende soll man nicht aufhalten“, so Frank Grökel und Christina Spickenreuther, Ausbildungsberater der HWK, beim ersten Vortrag des Abends. „Aber die Motive des Reisenden sollte man möglichst schon erfahren“, so Grökel ­weiter.

Worauf die beiden Ausbildungsberater anspielten, war schnell klar: Ein Lehrling kündigt während seiner Ausbildungszeit. Für den Betriebsinhaber ist das in der Regel weder wirtschaftlich noch menschlich eine schöne Situation.

„Nicht immer – aber häufiger als man denkt – liegen die Gründe für eine Kündigung in der Qualität der Ausbildung“, so die Referenten. „Sie sollten sich in diesem Falle also auch selbstkritisch hinterfragen.“ Hierzu hat die Handwerkskammer für Hannover eine praktische Hilfestellung für Betriebe entwickelt. Mit dem „Diagnosebogen zur Ausbildungsqualität in Handwerksbetrieben“ können Betriebsinhaber schnell und einfach ermitteln, wo sie stehen, was gut läuft und wo Handlungsbedarf besteht.

Grökel: „Mit diesem Tool können Sie einfach und schnell Ihre Stärken und Schwächen herausfinden und die Ausbildungsqualität in Ihrem Betrieb weiter erhöhen.“

Doch nicht nur seitens des Betriebes kann es zu Problemen bei der Ausbildung kommen, sondern natürlich auch seitens des Auszubildenden selbst.

Online-Portal zur Ausbildung

Eine nützliche Anlaufstelle ist hierzu das Onlineportal http://www.stark-fuer-ausbildung.de. Hierbei handelt es sich um eine kostenfreie Online-Datenbank mit zahlreichen Infos und Tipps zur erfolgreichen Gestaltung der Ausbildung im Betrieb. Anhand des Themas „Drogen“ führten die Referenten Peter Liewald und Carmen Weiß durch das Portal und zeigten auf, wie sich Konsum erkennen lässt, wie man mit einem Verdacht umgeht und welche Rechtsfolgen und betrieblichen Maßnahmen sich daraus ergeben.

So sollte auch das Thema Jugendschutz an diesem Abend nicht unerwähnt bleiben. „Über 50 Prozent der Auszubildenden sind bei Ausbildungsbeginn noch minderjährig“, so Christina Spickenreuther. „Dementsprechend gibt es viele wichtige gesetzliche Regelungen, die bei der ­Ausbildung von Jugendlichen beachtet werden müssen.“

Manfred Wacker vom Gewerbeaufsichtsamt Coburg informierte im Folgenden über die wichtigsten Regelungen zum Thema Jugendschutz und der Ausbildung von Minderjährigen. So warnte er, vor allem bei der Einhaltung der Arbeitszeit die Regelungen genau einzuhalten. Man solle die Jugendlichen schließlich nicht überfordern und ihnen somit nicht den Spaß am Beruf nehmen.

Im letzten Teil des Abends meldeten sich zwei Unternehmer selbst zu Wort: Karl-Michael Hopf von der Karl Hopf GmbH aus Bayreuth und Thomas Dinkel von der Firma Elektrobau aus Coburg stellten mögliche Formen des Ausbildungsmarketings dar und berichteten über die Wirksamkeit und den Erfolg ihrer Maßnahmen.

Neben einigen Zusatzleistungen, die sie ihren Azubis bieten, war für ihr Ausbildungsmarketing eine Maßnahme jedoch besonders hilfreich: „Die Teilnahme am Handwerkspatenprogramm hat uns besonders geholfen, qualifizierte Auszubildende zu finden. Wenn man nur richtig und rechtzeitig für sein Handwerk wirbt, dann findet man auch die passenden Leute“, sind sich die beiden Handwerkspaten einig.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten