Halle (Saale) -

Wenn es Zoff gibt Ausbildungschoaches vermitteln zwischen Arbeitgeber und Lehrling

Konflikte zwischen Lehrling und Arbeitgeber gibt es immer wieder. Im schlimmsten Fall kann das zum Abbruch der Lehre führen. Die Ausbildungscoaches der Handwerkskammer wollen das verhindern.

Im Rahmen des „Präventionsprogramms zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“ bieten die Ausbildungscoaches Hilfe an. Ihre Aufgabe ist es, zwischen Azubis und Betrieben vermittelnd einzugreifen, wenn Streitfragen auftauchen, die von allein nicht mehr gelöst werden können.

„Manchmal reicht es schon, wenn wir beide Seiten dazu bringen, über die bestehenden Probleme einfach nur zu reden“, so Peter Hoffrichter, mit Kerstin Eigelt einer der beiden Ausbildungscoaches im Kammerbezirk Halle (Saale).

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert. Es hilft seit 2007 Betrieben und Lehrlingen Fragen zur Ausbildung zu beantworten. So konnten im Jahr 2012 weit über 100 Problemfälle gelöst werden.

Unparteiische Vermittler

Maßgeblich für die Coaches ist die Rolle des Moderators: „Uns ist es wichtig, dass wir als unparteiische Vermittler wahrgenommen werden, die keine Seite bevorzugen, sondern nach der besten Lösung für alle Beteiligten suchen“, so Kerstin Eigelt. Dabei sind die Aufgaben der Berater weiter gefasst als nur dann einzugreifen, wenn sich beide Seiten unversöhnlich gegenüberstehen.

So helfen sie Betrieben von der Erstberatung bis zur Optimierung des Umgangs mit Lehrlingen. Auszubildende können sich unter anderem bei arbeitsrechtlichen Fragen an die Coaches wenden und erhalten beispielsweise Unterstützung bei der Weitervermittlung, wenn der Ausbildungsbetrieb schließen muss. Allein im letzten Jahr konnten die Berater in knapp 400 Fällen Maßnahmen auslösen, um den Hilfesuchenden weiterzuhelfen.

Kontakt zum Ausbildungscoach: Kerstin Eigelt, Tel. 0172/ 3633511 und Peter Hoffrichter, Tel. 0172/3633513.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten