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Beratungsangebote für Auszubildende Probleme in der Ausbildung: Hier finden Azubis Hilfe

Über 150.000 Ausbildungen wurden im Jahr 2018 vorzeitig beendet – nicht nur seitens der Betriebe, sondern auch seitens der Azubis. Doch die müssen nicht überstürzt handeln. Egal, ob es fachlich hakt oder Schwierigkeiten im Betrieb auftreten: Brauchen Auszubildende Unterstützung, gibt es viele Anlaufstellen. Ein Überblick.

151.665. So viele Ausbildungsverträge wurden in Deutschland 2018 vorzeitig gelöst. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung nennt diese Zahl im Berufsbildungsbericht 2020. Insgesamt wurde damit etwas mehr als jede vierte Ausbildung frühzeitig beendet. Betroffen ist dem Report nach auch das Handwerk: Besonders häufig lösten 2018 angehende Friseure ihr Ausbildungsverhältnis auf (51,2 Prozent), aber auch bei den Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk (48 Prozent), Gebäudereiniger (48 Prozent), Gerüstbauern (46,7 Prozent) und Kosmetikern (45,8 Prozent) ist die Quote hoch.

Doch welche Motive stecken hinter dem Ausbildungsabbruch? Im Bildungsbericht finden sich auch dazu Zahlen. Sie stammen aus einer aktuellen Analyse des Bundesinsituts für Berufsbildung (BIBB). Demnach werden Ausbildungen nicht nur durch eine Kündigung seitens des Betriebs vorzeitig beendet, sondern zu einem großen Teil auch durch die Azubi selbst (48 Prozent). In den Fällen, in denen die Entscheidung von den Auszubildenden ausging, fragten die Studienmacher nach den Motiven: Dabei antworteten knapp 60 Prozent der Auszubildenden, dass der Beruf nicht ihren Vorstellungen entsprach. Gut die Hälfte sagte, Konflikte hätten zu der Entscheidung geführt, die Ausbildung abzubrechen. 39 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen während der Lehrzeit zu wenig von den Ausbildungsinhalten beigebracht worden war.

Probleme in der Ausbildung: Hier finden Azubis Hilfe

Die Zahlen verdeutlichen, dass Probleme in der Ausbildung alles andere als eine Seltenheit sind. Wer Schwierigkeiten hat, muss aber nicht gleich alles hinschmeißen, sondern kann sich Unterstützung suchen. Darauf weist die Bundesagentur für Arbeit auf ihrem Portal planet-beruf.de hin. Der Überblick zeigt die verschiedenen hilfreichen Angebote, die Azubis bei Differenzen im Betrieb wahrnehmen können:

  • Berufsschule, Ausbildungsbetrieb und Handwerkskammer: In einem ersten Schritt können sich Auszubildende an Beratungslehrkräfte an der Berufsschule oder den Ausbildungsverantwortlichen im Betrieb wenden. Auch bei der Handwerkskammer stehen Berater als Ansprechpartner zur Verfügung.

  • Ehrenamtliche Unterstützer: Eine weitere Möglichkeit ist die bundesweite Initiative VerA (Verhinderung für Ausbildungsabbrüchen). Ehrenamtliche Helfer im Ruhestand stehen Auszubildenden dabei in der Regel für ein Jahr als Mentor zur Seite und unterstützen sie, wenn es zum Beispiel Probleme im Ausbildungsbetrieb gibt. Azubis können eine Begleitung über die Webseite, per Mail oder via Telefon anfordern.

  • Arbeitsagentur: Bei der Arbeitsagentur können zudem die sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) oder eine Assistierte Ausbildung beantragt werden. Bei ersterer bekommen Azubis für mindestens drei Stunden pro Woche etwa Nachhilfe, Unterstützung für die Prüfungsvorbereitung oder bei Alltagsproblemen. Kosten gibt es keine.

  • Persönlicher Ansprechpartner: Während einer Assistierten Ausbildung (AsA) steht Auszubildenden ein persönlicher Ansprechpartner zur Seite. Jugendliche bekommen zudem Nachhilfe. Teilnehmen kann, wer von der Arbeitsagentur vorgeschlagen wird. Am besten sprechen Jugendliche mit den Berufsberatern der Arbeitsagentur oder beim Jobcenter über diese Möglichkeit. ew/mit Inhalten von dpa
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