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Studie des BWIHK Ausbildung und Studium: Wer hat im Laufe des Lebens mehr Einkommen?

Wer eine Berufsausbildung macht, hat in jungen Jahren mehr Geld als ein Akademiker. Aber bleibt das so? Eine Studie hat das Einkommen verglichen, das Menschen in ihrem Arbeitsleben insgesamt verdienen.

Wie lange verdienen Menschen mit Berufsausbildung mehr? Wann "überholen" Hochschulabsolventen, diejenigen, die früher ihr eigenes Geld verdient haben? Lohnt es sich, noch einen Meister oder einen Techniker auf die Ausbildung draufzusetzen? Diesen Fragen ging eine Untersuchung des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) nach.

Bis 35 Jahren verdienen Menschen mit Ausbildung mehr

Ein Studium lohnt sich gegenüber einer Ausbildung finanziell erst mit Mitte 30. Bis zu einem Alter von 35 verdienten Menschen mit Ausbildung in ihrem bisherigen Arbeitsleben insgesamt durchschnittlich mehr als Akademiker. Das geht aus der Untersuchung hervor, die der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) nun vorstellte.

Darin untersucht wurde das Lebenseinkommen von 12.453 Personen der Jahrgänge 1948 bis 1986. Also das Geld, das sie bis zu einem bestimmten Alter insgesamt verdient hatten. Am Ende des Arbeitslebens hatten Akademiker zwar die Nase vorn. Sie überholten aber erst mit Anfang 60 Meister und Techniker, die schon in den 20er- und vor allem in den 30er- und 40er-Lebensjahren insgesamt am meisten verdient hatten.

Menschen mit Ausbildung verdienen in der Phase mehr, in der Hausbau und Familiengründung wichtig seien, sagte BWIHK-Präsident Wolfgang Grenke. Beließen es Menschen bei einer Ausbildung und machten keine Weiterbildung, fielen sie laut der Studie aber im Laufe des Arbeitslebens zurück und verdienten insgesamt rund ein Drittel weniger als Akademiker sowie Techniker und Meister.

Anzahl der Hochschulabsolventen steigt

Die Studie zeigt auch: Ob sich ein Hochschulstudium oder eine Berufsausbildung lohnt, hängt von vielen Faktoren ab, wie die Karrieremöglichkeiten nach Studium oder Ausbildung, oder auch die aktuelle Nachfrage nach Fachkräften. Der Bericht weist dabei auf Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hin, wonach in fast allen OECD-Ländern der Anteil der Hochschulabsolventen in den letzten Jahren stetig gestiegen ist – auch in Deutschland. Im OECD-Schnitt liegt der Anteil bei 44 Prozent, in Deutschland bei knapp 33 Prozent.

Mit Inhalten aus dpa

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