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Neue Meisterprüfungsverordnung Augenmerk auf Komplexität gerichtet

Kein Supermarkt, kein Kleiderladen und kein Kino kommt mehr ohne sie aus. Überall fallen sie uns ins Auge: Schilder und Leuchtreklamen. Doch wer weiß schon, welches Handwerk für diese "Hingucker" verantwortlich ist?

Für die Produktvielfalt der Schilder- und Lichtreklamehersteller stehen rund 1920 Handwerksbetriebe. Dort werden zur Zeit mehr als 1000 Lehrlinge ausgebildet, die alles das erlernen, was zu diesem Beruf gehört: Nach den Wünschen der Kunden werden Schilder-, Buchstaben- und Transparentanlagen gefertigt. Diese können beleuchtet oder lichtlos sein, beweglich oder fest installiert — die Handwerker sind ebenso vielseitig wie ihre Produkte. Die Entwürfe für die Anlagen werden an Zeichencomputern umgesetzt und digital bearbeitet. Aus diesen Entwürfen können dann die benötigten Materialien errechnet werden, beispielsweise das Plexiglas für beleuchtete Buchstaben oder das Metall von Schildern.

Auch Künstler stecken in den Handwerkern: Das Gestalten mit Farben und Pinsel gehört ebenso zu ihren Tätigkeiten wie das Bedrucken von Oberflächen.

Dass der Beruf weiterhin lebendig ist, zeigt die Tatsache, dass sich in den letzten acht Jahren durchschnittlich 42 Meisterschülerinnen und Meisterschüler jährlich der Prüfung unterzogen.

Neue Meisterprüfungsverordnung

In diesem Jahr wurde eine neue Meisterprüfungsverordnung erarbeitet. Die ist darauf angelegt, die ganze Komplexität des Schilder- und Leuchtreklamehersteller-Handwerks in einer Prüfung abzufragen. Dementsprechend sind das Projekt und die Situationsaufgabe gestaltet. Wer die Meisterprüfung besteht, kann sicher sein, dass er sein Handwerk versteht.

Seit der Novellierung der Handwerksordnung vom 24. Dezember 2003 gehört das Schilder- und Lichtreklamehersteller-Handwerk zu den zulassungsfreien Handwerken der Anlage B der Handwerksordnung. Demnach ist eine Meisterprüfung nicht mehr zwingend notwendig, um sich selbstständig zu machen, jedoch ist sie as Gütesiegel auf dem Markt von Vorteil. In den Prüfungen für zulassungsfreie Gewerbe werden dieselben Anforderungen gestellt wie in denen für zulassungspflichtige. Somit werden Niveauunterschiede vermieden. Und der Kunde kann sich aufgrund der Meisterprüfung als Qualitätssiegel auf die Kompetenz der Schilder- und Lichtreklamehersteller verlassen.

Die neue Meisterprüfungsverordnung vom 18. Juni 2007 tritt am 1. Oktober 2007 in Kraft und löst die veralteten Vorläuferregelungen ab.

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