Deutschland -

Institut der deutschen Wirtschaft Aufschwung verliert an Kraft

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat seine Konjunkturprognose für 2008 gesenkt, erwartet aber keinen Absturz der deutschen Wirtschaftsleistung.

In seiner Frühjahrsprognose geht das IW davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 1,7 Prozent und 2009 noch um 1,4 Prozent wächst. Bisher hatte das arbeitgebernahe Wirtschaftsforschungsinstitut für 2008 ein BIP-Wachstum von 1,9 Prozent erwartet.

Rezession ausgeschlossen

"Der Aufschwung in Deutschland verliert an Kraft, die Konjunktur stürzt aber keineswegs ab", erklärten die Kölner Ökonomen. Nach Zuwächsen von rund 2,5 bis 3 Prozent in den beiden vorhergehenden Jahren werde die deutsche Wirtschaft "in diesem und im nächsten Jahr ein deutlich niedrigeres Wachstumstempo vorlegen", sagte IW-Direktor Michael Hüther voraus. "Eine Rezession kann für diesen Zeitraum allerdings ausgeschlossen werden", betonte Hüther.

Dass die Wirtschaft ihre Dynamik nicht vollständig einbüße, mache auch die aktuelle IW-Konjunkturumfrage unter mehr als 2.000 Unternehmen in West- und Ostdeutschland deutlich, nach der 45 Prozent der deutschen Firmen für 2008 von einer steigenden Produktionsleistung ausgingen. Nur 12 Prozent rechnen laut IW mit einem sinkenden Ausstoß. "Hauptgrund für das geringere konjunkturelle Tempo sind die verschlechterten globalen Rahmenbedingungen – von den hohen Energie- und Rohstoffpreisen bis hin zur Immobilien- und Finanzmarktkrise", erklärte das IW.

Hüther betonte, die hierbei von den USA ausgehenden Ansteckungseffekte bedeuteten ein nicht unbeträchtliches Konjunkturrisiko. "Das Potenzial dieses Risikos hat seit der Herbstprognose deutlich zugelegt", sagte er. Trotz der Krise blieben die Finanzierungsbedingungen in Deutschland aber günstig. Es würden keine größeren Zinsanstiege erwartet, und eine Kreditklemme werde "hierzulande ausgeschlossen".

ddp

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