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Brigadier Balla feiert Geburtstag

Als Tatort-Kommissar Paul Stoever hat sich Manfred Krug einen festen Platz im Gedächtnis des gesamtdeutschen Fernsehpublikums erobert. Eine seiner großen Filmrollen aber spielte er als aufmüpfiger Zimmermann im Defa-Streifen "Spur der Steine", der in der DDR schon nach drei Tagen verboten wurde. Am 8. Februar feiert Manfred Krug seinen 75. Geburtstag.

Die Rolle des Brigadiers Hannes Balla, der mit seinen Kollegen auf einer DDR-Großbaustelle die sozialistische Planwirtschaft aufmischt, war Manfred Krug wie auf den Leib geschrieben – ein hemdsärmeliger Haudegen von kräftiger Statur und rebellischem Auftreten. So hat "Manne" Krug viele seiner Rollen geprägt – im Grunde hat er immer nur sich selbst gespielt. Kein Wunder, dass er in der DDR mit der Obrigkeit in Konflikt geriet.

Zwar erhielt er nach dem Verbot der Verfilmung des Erik-Neutsch-Romans "Spur der Steine" noch den Nationalpreis und die Verdienstmedaille der DDR. Doch als er zusammen mit anderen Künstlern die Protesterklärung gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnete, war es mit seiner Karriere als Schauspieler, Jazz-Sänger und Chansonier vorbei.

Mit Auftrittsverbot belegt, siedelte Krug mit seiner Familie nach West-Berlin über. Im Buch "Abgehauen" hat Krug die Ereignisse von damals verarbeitet. Doch auch im Westen eroberte der charismatische Schauspieler schnell sein Publikum. Seine größte Pleite erlebte Krug mit dem Werbespot für die T-Aktie, die sich für die Anleger als bitteres Verlustgeschäft erwies. Manfred Krug entschuldigte sich öffentlich –und flog bei der Telekom als Werbepartner raus. ste

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