Stuttgart -

Ausbildungsstart 2018 Auf der Azubi-Überholspur

Mit 4.062 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen gibt das Handwerk der Region richtig Gas im Wettlauf um die Fach- und Führungskräfte der Zukunft. Im Vergleich zum Vorjahr mit 3.827 neuen Lehrlingen bedeutet der aktuelle Wert zu Beginn des Ausbildungsjahres am 1. September ein kräftiges Plus von 6,1 Prozent.

„Unter dem Druck des Fachkräftemangels setzen Handwerksbetriebe noch mehr als bisher auf eigene Ausbildung“, bilanziert Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart, den erfreulichen Trend. Besonders gefragt waren erneut die Ausbildungen zum Kraftfahrzeugmechatroniker, zum Elektroniker, zum Friseur und zum Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Es sei so, dass Ausbildungsbetriebe eine gute Adresse für eine solide berufliche Zukunft darstellen und zudem die Berufsorientierung und Nachwuchswerbung aller am Prozess Beteiligten Früchte tragen. „Jetzt gilt es, die noch nicht besetzten Lehrstellen im Handwerk nicht zu Leerstellen werden zu lassen.“ In der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer sind für das aktuelle Ausbildungsjahr noch fast 600 freie Plätze gelistet.

„Wir brauchen alle motivierten jungen Leute im Handwerk – egal welchen Schulabschluss sie mitbringen.“ Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart

„Die Steigerung der Ausbildungszahlen ist mehr als erfreulich“, betont Thomas Hoefling, „und sie zeigt, dass eine duale Ausbildung von immer mehr Schulabgängern als ernsthafte Alternative zu einem Studium begriffen wird.“ Und so entscheiden sich inzwischen auch immer mehr Abiturienten statt eines Studiums für den Einstieg in eine handwerkliche Karriere.

Lag der Anteil der Schulabgänger mit einer Hochschulzugangsberechtigung vor zehn Jahren noch deutlich unter 10 Prozent, so haben zum diesjährigen Ausbildungsstart am 1. September 17,1 Prozent (Vorjahr 15,2 Prozent) aller neuen Azubis ein Abiturzeugnis in der Tasche. „Das Rückgrat der künftigen handwerklichen Fachkräfte bleiben junge Menschen mit Haupt- und Realschulabschluss“, erklärt Hoefling. Drei Viertel der Azubis können entsprechende Abschlüsse vorweisen – und zwar unabhängig von ihrer Herkunft.

„Mit einem Anteil von fast 25 Prozent ausländischer Azubis ist und bleibt das Handwerk ein wichtiger Motor der Integration.“ Dies gelte in ganz besonderem Maße für die Ausbildung von Geflüchteten. 490 junge Menschen, insbesondere aus Afghanistan, Syrien und Gambia, haben inzwischen eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf in der Region Stuttgart begonnen. „Damit haben die Handwerksbetriebe ihre Anstrengungen zur Integration von Geflüchteten in Vergleich zum Vorjahr nahezu vervierfacht“, zeigt sich Hoefling erfreut.

Kfz-Verband geht voraus – Berichtsheft wird digital

Kfz-Azubis führen künftig das Berichtsheft per App auf dem Handy. Die Kfz-Innungen Region Stuttgart und Nürtingen-Kirchheim haben ihre Mitgliedsbetriebe informiert, dass alle Azubis der 1. Klassen des 3BK und der Berufsfachschule im Schuljahr 2018/19 die neue App verwenden müssen, für die Schüler, die früher die Ausbildung begonnen haben, bleibt alles beim Alten. Auf autofachmann.net kann sich der Azubi für das E-Learning und das Berichtsheft registrieren. Der Ausbildungsbetrieb hat ebenfalls online Einblick, ob und wie das Berichtsheft geführt wird. Zudem kann der Betrieb das Berichtsheft „freizeichnen“.

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