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Reisetipp: Insel Fünen in Dänemark Auf den Spuren der kleinen Meerjungfrau

Dänemark ist besonders im Sommer ein beliebtes Reiseziel für Familien und Naturliebhaber. Die Insel Fünen ist aber über das ganze Jahr einen Besuch wert. Ein Abstecher nach Kopenhagen sollte nicht fehlen.

Nur etwa eineinhalb Autostunden von der deutsch-dänischen Grenze entfernt liegt Fünen, die drittgrößte Insel Dänemarks. Ihr Zentrum bildet die Stadt Odense, in der 1805 Hans Christian Andersen, der bekannteste Schriftsteller des Landes geboren wurde. Seine Märchen wie "die Prinzessin auf der Erbse", "die kleine Meerjungfrau" oder "des Kaisers neue Kleider" wurden weltbekannt und sind bis heute beliebte Lektüre in vielen Kinderzimmern.

Geburtsstadt von Hans Christian Andersen

Das Geburtshaus von Andersen, in dem er einst als Sohn eines verarmten Schuhmachers aufwuchs, ist zugleich eine der Attraktionen der Inselhauptstadt. Besucher können nicht nur die für heutige Verhältnisse winzigen und sehr spartanisch ausgestatten Zimmer des Hauses besichtigen, sondern auch das angeschlossene Museum besuchen, dass sich Leben und Werk von Andersen widmet.

Dänemark erleben

Europas bester Zoo

Ein weiterer Anziehungspunkt ist der städtische Zoo. Eine Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder kostet knapp 60 Euro. Hunde müssen leider draußen bleiben, auch an der Leine wird ein Besuch nicht gestattet.

Der stolze Eintrittspreis lohnt sich jedoch. Über 1.000 Tiere sind zu sehen. Neben Affen, Tigern und Elefanten gibt es auch eine großangelegte Wasserwelt mit Pinguinen und Seelöwen. Die Tiergehege wurden so in die Parklandschaft eingebettet, dass Besucher den Tieren ganz nah kommen können und sich ein bisschen wie auf Safari fühlen. Gleichzeitig sind die meisten Bereiche so großzügig angelegt, dass den Tieren Rückzugsmöglichkeiten bleiben. 2013 wurde der Park zum besten Zoo Europas gekürt – nicht zu Unrecht.

Eine Zeitreise

Weit weniger bekannt sind die vielen kleinen Museen, die Odense zu bieten hat. Ein Tipp ist "Tidens Samling", eine kleine Ausstellung der Zeit von 1910 bis 1980. Jedem Jahrzehnt ist ein Raum gewidmet. Ob Cocktailsessel und Jukebox in den 50er-Jahren oder Walkman und knallbunte Turnschuhe in den 80ern – jeder kann hier seine eigene Jugend noch einmal nachempfinden. Alles darf hier übrigens angefasst und ausprobiert werden – so wird aus dem Museumsbesuch ein interaktives Erlebnis.

Nicht fehlen darf in Odense auch ein entspannter Spaziergang durch die Innenstadt mit ihren vielen kleinen Cafés und Geschäften.

Insel Fünen erleben

Katzensprung zur Küste

Für einen Besuch von Odense sollten Reisende mindestens zwei Tage einplanen. Da die Insel Fünen relativ überschaubar ist, dauert es nur eine halbe Stunde bis die Dänische Küste erreicht wird. Deshalb bietet es sich für alle Reisenden, die mit dem Auto unterwegs sind, unbedingt an, sich hier eine Unterkunft zu suchen. Neben malerischen Städten wie Svendborg und komplett unbewohnten Landstrichen gibt es eine Reihe von Ferienhaus-Siedlungen in direkter Strandlage.  

Nebensaison bietet Vorzüge

Wer im Frühjahr oder Herbst kommt, entgeht den touristischen Strömen im Sommer. So ist es in der Nebensaison gut möglich, dass einem auf einem langen Strandspaziergang keine Menschenseele begegnet. Die frische und leicht salzige Seeluft wirkt belebend und ist für Allergiker und Asthmathiker sehr gesund. Auch die Auswahl an freien Ferienhäusern ist abseits der Hauptsaison größer und die Preise niedriger. Gerade für ruhe- und natursuchende Familien mit begrenztem Budget ist ein Dänemark-Besuch in der Nebensaison eine Empfehlung, auch wenn die Temperaturen nicht mehr zum Baden einladen.

Bedenken sollten Reisende bei der Planung des Reisebudgets, dass Dänemark kein besonders günstiges Urlaubsland ist. So liegen die Preise für Lebensmittel im Durchschnitt etwa 30 Prozent über dem deutschen Preisen. Auch Preise in Restaurants, Museen oder für Treibstoff liegen etwas über deutschem Niveau.

Brücke nach Kopenhagen

Wer etwas Zeit mitbringt und noch mehr von Dänemark sehen möchte, für den lohnt sich ein Abstecher nach Kopenhagen. Schon die Anreise zur Hauptstadt ist ein Erlebnis für sich. Um in die Osthälfte von Dänemark zu gelangen, wird mit dem Auto die "Großen Belt Brücke" überquert. Das architektonische Meisterwerk ist die längste Hängebrücke in Europa und verbindet die Insel Fünen mit Seenland, der größten Insel der Ostsee. Von Odense aus dauert die Fahrt nach Kopenhagen etwa zwei Stunden.

Auch in der Hauptstadt des Landes folgt man Hans Christian Andersen auf Schritt und Tritt. So befindet sich im Hafen das Wahrzeichen der Stadt , eine Bronzefigur der kleinen Meerjungfrau, die dem großen Dichter gedenkt. Kopenhagen bietet eine solche Fülle an interessanten Museen und Bauwerken, dass sich aufjedenfall der Kauf eines Reiseführers lohnt und mindestens eine Übernachtung eingeplant werden sollte, um überhaupt einen ersten Eindruck zu erhalten.

Auch zum Einkaufen ist Kopenhagen ein toller Platz. Hier gibt es eine der längsten Einkaufsstraßen Europas. Wie auf der Pariser Champs-Élysées oder der Bahnhofstraße in Zürich reiht sich ein Designergeschäft an das nächste. Günstige Ladenketten gibt es aber genauso, so dass jeder etwas Passendes zum Mitnehmen finden sollte.

Fühlen wie in Kuba

Besonders sehenswert ist das Hafenviertel Nyhavn. Hier gibt es tolle Fischrestaurants, Straßenmusiker und die wunderschön restaurierten Häuser erstrahlen in Gelb-, Blau- oder Rottönen. Die bunte Kulisse lässt einen eher an Kuba denken als eine skandinavische Metropole. Nicht verwunderlich, das auch Andersen hier mehrere Jahre wohnte und sich vom Ausblick aus Haus Nr. 20 für seine Märchen inspirieren ließ.

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