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Radreisen in Deutschland Auf dem Fahrrad durch Deutschland

Donau-Radweg und Bodensee-Runde kennt fast jeder Radreise-Fan. Wir stellen fünf weniger bekannte, aber nicht minder interessante Routen durch deutsche Landschaften und Kulturen vor.

Radreisen boomen, vor allem in heimischen Gefilden. Aber während es auf den beliebten Flussrouten in der Hauptsaison zuweilen schon etwas eng wird, lohnt sich der Blick auf Alternativen. Und auf Radreisefans warten eine ganze Reihe kaum befahrener, doch gut gekennzeichneter Strecken. Gerade die weniger bekannten Radwege zeigen völlig neue Eindrücke von deutscher Landschaft und Kultur.

Auf alten Schmugglerpfaden

Burgen, Schlösser, zwölf interessante Städte und herrliche Naturlandschaft – die "Grenzgängerroute Teuto-Ems" verbindet viele Highlights im Osnabrücker Land, in Ostwestfalen-Lippe und im Münsterland. Der Name drückt es schon aus: Mehr als ein Dutzend Mal überquert man auf der Tour historische Grenzen und folgt alten Schmugglerpfaden und Handelswegen.

Für das kulinarische Wohl sorgen zahlreiche Bauernhofcafés und Landgasthöfe. Wer lieber nur Picknick macht, versorgt sich in den Hofläden am Weg mit frischem Obst, selbst gebackenem Brot oder hausgemachtem Schinken. Und falls die knapp 150 Kilometer zu viel auf einmal sein sollten: Zwei Verbindungsstrecken ermöglichen es, die Gesamtstrecke ganz nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, denn sie verkürzen die Route in drei Teilabschnitte mit einer Länge von jeweils 50 bis 60 Kilometern.

Zwischen Franken und Pfalz

Von der Tauber an den Rhein führt der "Odenwald-Madonnen-Radweg". Diese Mehrtagestour über 175 Kilometer hat eine sportliche und sanfte Seite. Der erste Abschnitt bis ins Neckartal ist eine einzige Berg- und Talfahrt, der zweite Teil entlang von Neckar und Rhein lässt Radfahrer meist sanft dahinrollen.

Die Reise beginnt in Tauberbischofsheim an der Romantischen Straße und dem "Madonnenländle", dessen Name sich spätestens dann erklärt, wenn man mit seinem Fahrrad in dem bekannten katholischen Wallfahrtsort Walldürn angekommen ist. Danach verschwindet der Weg in der üppigen Natur des schattigen Odenwaldes.

Zu Füßen unzähliger Burgen mäandert die Route am Neckar entlang ins sehenswerte Heidelberg. Danach geht es hinaus in die Rheinebene bis zur alten Kaiserstadt Speyer mit ihrem weltbekannten Dom.

Bei Fisch und Frosch

Der "Frosch-Radweg" in Sachsen führt als 60 Kilometer lange Runde durch Wälder, vorbei an Teichen, die vor Jahrhunderten zur Fischzucht angelegt wurden. Die Fauna und Flora entlang des "Frosch-Radweges" ist wahrlich nicht alltäglich, gerade im Unesco-Biosphärenreservat zwischen Königswartha, Uhyst und Mücka. Frösche und Kröten geben den Soundtrack für diesen Naturfilm. Und schon weiß man auch, woher der Radwegname stammt.

Dass die Wunden, die einst der Braunkohletagbau in die Landschaft riss, durch erfolgreiche Renaturierung wieder geschlossen werden können, zeigt das Naherholungsgebiet Lausitzer Land. Durch die Flutung früherer Tagebaue entstehen hier mehr als 20 neue Seen.

Deutschlands kleinstes Mittelgebirge

Im Osten Sachsens entsteht etwas Großes – ein Radwegenetz mit hunderten Kilometern Länge, das von der EU unterstützt auch jenseits der Grenze in Tschechien weitergeführt wird. Der Radfernweg, der als Route "Sächsische Mittelgebirge" zusammengefasst wird, ist bald etwa 500 Kilometer lang.

Der östliche Teil der Route im Lausitzer Bergland und Zittauer Gebirge ist den typischen historischen Häusern gewidmet. Im flotten Auf und Ab windet sich der Radfernweg durchs malerische Bergland. Weiterer Höhepunkt ist Deutschlands kleinstes Mittelgebirge, das Zittauer Gebirge, mit seinen mächtigen Sandsteinfelsen rund um die Kurorte Jonsdorf und Oybin.

Quer durch Bayern

Für das Römische Reich war die "Via Julia" zu Zeiten des Kaisers Septimius Severus von großer Bedeutung. Die ausgeschilderte Radwanderstrecke quer durch Bayern orientiert sich weitgehend an dieser historischen Originalstraße.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Fernradwegen in Bayern, die in Nord-Süd-Richtung, an Flüssen entlang verlaufen, orientiert sich die "Via Julia" von West nach Ost von Günzburg in Bayerisch-Schwaben bis nach Salzburg. Die 300-Kilometer-Route führt mitten durch Augsburg und streift München am südlichen Rand. Ansonsten zeigt sie die ländliche Seite von Schwaben und Oberbayern.

Weitre Informationen zu den Radfernwegen

Grenzgängerroute Teuto-Ems: grenzgaengerroute.de
Odenwald-Madonnen-Radweg: radsueden.de/Radwege/Odenwald-Madonnen-Radweg
Frosch-Radweg: lausitz.de/tourismusregion/radwandern/froschradweg.html
Radfernweg Sächsische Mittelgebirge: radwandern-oberlausitz.de
Radroute Via Julia: viajulia.net

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