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Publikumspreis der Deutschen Handwerks Zeitung "geplant und ausgeführt": Pokal geht an Atelier-Haus "schwarz auf weiß"

Das eigenwillige Gebäude in der Oberpfalz gefällt den Lesern der Deutschen Handwerks Zeitung am besten unter den 30 Objekten, die für den Wettbewerb "geplant und ausgeführt" nominiert waren. Dafür ist es auf der Internationalen Handwerksmesse mit dem Publikumspreis ausgezeichnet worden.

geplant+ausgeführt
Publikumspreis: DHZ-Chefredakteur Burkhard Riering, Bauherr Thomas Jaeger sowie Kristina Binder, Nina und Stephan Fabi vom Architekturbüro Fabi (v.li.). -

Das Atelier-Haus hatte mit 101 von knapp 1000 Stimmen am Ende des Online-Votings die größte Resonanz auf sich gezogen. Mit 91 Stimmen folgte das "Haus G" in Radaun bei Wien auf Platz zwei vor dem Sommer-Gästehaus in Weidingen/Eifel, das 88 Stimmen bekam.

Auf den ersten Blick verwirrt der Neubau des Atelier-Hauses "schwarz auf weiß" den Betrachter durch seinen dunklen, abstoßend wirkenden Satteldachbaukörper, der - ohne Fenster zur Straßenseite - wie ein mysteriöser Fremdkörper in der Landschaft zu stehen scheint. Ändert sich der Blickwinkel, kommt ein weißes, zur Natur hin sich mit großen Glasflächen öffnendes Untergeschoss zum Vorschein. Ober- und Untergeschoss wurden zueinander versetzt in den Hang unterhalb von Schloss Schönberg in Wenzenbach gebaut.

Ein Haus wie ein Archetyp, urteilt die Fachjury des Wettbewerbes. Das ungewöhnliche Konzept hat auch die Leserinnen und Leser der Deutschen Handwerks Zeitung beeindruckt. Verantwortlich für die Planung war das Architekturbüro von Stephan Fabi in Regensburg, auf Handwerkerseite wird die Firma French Connection ausgezeichnet, deren Geschäftsführer Thomas Jäger gleichzeitig Bauherr ist.

Hauptpreis der Jury für Haus 35_5, Wohnhaus "Materna"

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Der Hauptpreis im Wettbewerb "geplant und ausgeführt" 2014, der die Leistungen im Zusammenspiel von Architekten und Handwerkern würdigen will, geht an das Haus 35_5, Wohnhaus "Materna" in Fürstenzell. Mit dem zweiten Platz ehrt die Jury den Neubau einer Aussegnungshalle und des Gemeindehauses der Kirche St. Afra in Theinselberg, der vom Kemptener Architekturbüro F64 geplant wurde. Als beteiligte Handwerker erhalten die Holzbaufirma Riedle & Bader aus Baisweil und die Oskar Hoffmann Bau- und Möbelschreinerei aus Oy die Auszeichnung. Platz drei geht an die Erlkönig Bar in Innsbruck, geplant von ATP Sphere (Innsbruck), umgesetzt von der Tischlerei Holzer aus Schwaz und der Firma Mark Wohndesign in Wattens.

Mit dem ersten Preis für das Haus 35_5 würdigt die Fachjury den Mut von Architekt (Koeberl Doeringer, Passau) und Handwerkern (Zimmerei A. Höngberger, Vilshofen; Veit Fröhler Bau, Hauzenberg; und Ratzer GmbH, Passau), auf einem als unbebaubar geltenden Grundstück einen 30 mal 5 Meter schmalen Flachbau zu erstellen. Die Außenwände sind eine Holzständerkonstruktion, ihre Verkleidung besteht aus unbehandeltem Schwarzstahl, strichcodeartig rostend. Für die Stahlbeton-Tragscheiben im Inneren wurde mit eingelegten Strohmatten in der Schalung experimentiert. Eine nicht alltägliche Bauaufgabe, die in perfekter Abstimmung aller Beteiligten ein besonderes Wohnhaus ergibt, urteilt die Jury.

"geplant + ausgeführt" 2014
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