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Minusgrade im Winter Arbeitsrecht: Kältefrei im Büro oder auf dem Bau?

Hitzefrei kennt jeder, doch was ist mit kältefrei? Mancher Arbeitnehmer stellt sich bei den eiskalten Temperaturen die Frage, ob es eigentlich eine Regelung zur Arbeit bei Minusgraden gibt. Wir liefern die Antwort. Diese Vorschriften gelten im Büro sowie auf der Baustelle.

Winter in Deutschland. Die Finger sind gefroren, der Wind bläst eisig und der Zwiebel-Look hat Hochsaison. Draußen möchte nun kaum einer sein. Doch was, wenn die Heizung im Büro ausgefallen ist? Oder der Arbeitsplatz im Freien ist? Handwerker und Büroangestellte stellen sich dieser Tage vermehrt die Frage: Gibt es eigentlich kältefrei im Büro oder auf dem Bau?

Die Antwort lautet: Ja. Ob der Chef kältefrei geben muss, hängt jedoch von der Tätigkeit und dem Arbeitsort des jeweiligen Mitarbeiters ab.

Kältefrei im Büro: Bei diesen Temperaturen dürfen Arbeitnehmer gehen

Wenn die Heizung nicht die volle Leistung bringt, kann es für die Mitarbeiter "kältefrei" geben. Die Räume müssen nach ASR AR 3.5 (Techn. Regel für Arbeitsstätten) entsprechend der Art der Tätigkeit angepasst werden. Diese Grenzwerte gelten:

  Arbeit im Sitzen Arbeit im Stehen oder Gehen
Leichte Arbeit (leichte Bewegungen mit der Hand und den Armen vollführt) + 20 Grad + 19 Grad
Mittlere Arbeit (mittelschwere Arm- oder Beinarbeiten) + 19 Grad + 17 Grad
Schwere Arbeit (Schwere Beschäftigungen, die Hände, Arme, Beine oder Rumpf belasten) Keine Angaben + 12 Grad


Wenn Arbeitnehmer wegen der "streikenden Heizung" nach Hause gehen, geht das zu Lasten des Arbeitgebers.

Minusgrade im Winter: Das gilt bei Arbeiten im Freien

Arbeitnehmer, die im Freien tätig sind, haben keine Chance auf kältefrei. Sie müssen ihre Arbeit grundsätzlich bei jedem Wetter und bei jeder Temperatur verrichten. Das heißt aber nicht, dass der Arbeitgeber hier ganz aus der Verantwortung wäre. Er muss dafür sorgen, dass die Mitarbeiter arbeiten können, ohne dabei die eigene Gesundheit zu gefährden (§ 618 BGB in Verbindung mit § 3 Arbeitsstätten-Verordnung). Dazu gehört auch, dass der Arbeitgeber angemessene Schutzkleidung stellen muss. Hierzu gehören beispielsweise Mützen oder Ohrenschützer, Überziehjacken, Handschuhe und Schuhe oder Stiefel. Diese Regelung gilt für den gesetzlich definierten Winter, der vom 1.11. bis 31.03. geht.

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