Vor der Ausbildung -

Dresscode im Betrieb Kleidung: Das dürfen Chefs vorschreiben

Jeans und T-Shirt, Blaumann oder Anzug – nicht immer ist es so einfach zu entscheiden, was die passende Arbeitskleidung ist. Schreibt der Chef allerdings vor, welche Kleidung Mitarbeiter tragen sollen, muss er dafür zahlen – zumindest meistens.

Bei der Wahl der Arbeitskleidung haben Arbeitgeber ein Wörtchen mitzureden. Gibt es im Betrieb Kleidungsvorschriften, müssen sich alle Mitarbeiter – vom Auszubildenden bis zum Meister – daran halten. Unterschiedlich geregelt ist jedoch, wann der Betrieb die Kosten für die Arbeitskleidung tragen muss.

Dazu ist er dann verpflichtet, wenn der Betriebsinhaber möchte, dass alle dieselbe Kleidung tragen. Müssen die Angestellten Schutzkleidung tragen, ist es laut Gesetz ebenfalls Sache des Arbeitgebers, diese zu bezahlen.

Chef darf Vorschriften machen

Gibt es im Unternehmen lediglich eine Richtlinie darüber, wie Mitarbeiter gekleidet sein sollten, müssen die Mitarbeiter – auch Azubis - ihre Arbeitskleidung selbst bezahlen. Möchte beispielsweise ein Optikermeister, dass seine Angestellten dunkel und ordentlich gekleidet zur Arbeit kommen, muss der Angestellte sich entsprechende Kleidung selbst besorgen und bezahlen – soweit das im Arbeitsvertrag nicht anders vereinbart ist.

Der Chef hat also durchaus das Recht von seinen Mitarbeitern zu fordern, sich branchenüblich zu kleiden. Halten sich Mitarbeiter wiederholt nicht an die Anweisungen, droht im schlimmsten Fall die Kündigung. Weist der Betriebsinhaber die neuen Mitarbeiter nicht vor dem ersten Arbeitstag auf eine Kleidungsordnung hin, sollten Azubis selbst rechtzeitig danach fragen. So haben sie noch ausreichend Zeit, sich entsprechende Kleidungsstücke zu kaufen.

Mitarbeiter können an Kosten beteiligt werden

In einigen Branchen ist zudem tarifvertraglich geregelt, für welche Kosten bei der Arbeitskleidung die Betriebe aufkommen müssen. Wenn Schutzkleidung weit über das vorgeschriebene Maß hinausgeht, kann der Arbeitgeber seine Mitarbeiter an den Kosten beteiligen. Außerdem muss der Unternehmer seinen Angestellten ausreichend Kleidung zum Wechseln zur Verfügung stellen.

Generell sollten aber auch Auszubildende darauf achten, dass sie in der Arbeit ordentlich angezogen sind. Gerade wenn Azubis viel Kundenkontakt haben, kann der Chef bei der Kleidungswahl mitreden. Gibt es eine Kleidungsvorschrift, entfällt die schwierige Entscheidung vor dem Kleiderschrank – zumindest in der Früh. sch

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