Sächsischer Handwerkstag -

Duale Ausbildung Arbeitsgespräch mit EU-Parlamentariern in Leipzig

Angesichts der anstehenden Novellierung der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie fürchtet der Sächsische Handwerkstag um die Standards der deutschen Berufsausbildung. Bei einem Treffen mit den EU-Abgeordenten aus Leipzig forderte Handwerkstag-Präsident Roland Ermer deshalb, dass die duale Ausbildung nicht entwertet werde dürfe.

Mit Blick auf die zur Novellierung anstehende EU-Berufsanerkennungsrichtlinie hat der Sächsische Handwerkstag davor gewarnt, deutsche Standards in der Berufsausbildung aufzuweichen. Würde künftig tatsächlich ein europaweiter Ausbildungsrahmen neben die bereits bestehenden nationalen Ausbildungssysteme treten, so hätte dies negative Folgen für die auch international als hochwertig anerkannte duale Berufsausbildung in Deutschland. Eine Verwässerung von Ausbildungsstandards sei für das deutsche Handwerk nicht akzeptabel.

Wie Handwerkstag-Präsident Roland Ermer bei einem Arbeitstreffen des Vorstands mit sächsischen EU-Abgeordneten Mitte Februar 2013 in Leipzig weiter sagte, gebe es ebenso Bedenken zu vorgesehenen Neuerungen bei vorübergehenden grenzüberschreitenden Dienstleistungen. Würden nicht auch künftig – wie bisher – die im jeweiligen Bestimmungsland geltenden Standards als Mindestvorgabe zugrunde gelegt, käme es hier zu einer massiven Ungleichbehandlung gegenüber einheimischen Wirtschaftsakteuren. Pläne der EU-Kommission dagegen sehen vor, bei vorübergehenden Dienst-leistungserbringungen im Ausland künftig Qualifikationsanforderungen des Herkunftslandes festzuschreiben.

An die sächsischen EU-Abgeordneten Hermann Winkler, Constanze Krehl und Holger Krahmer appellierten die Handwerksvertreter daher, ihren Einfluss im Interesse des Handwerks bis zur Abstimmung durch das EU-Parlament im Mai 2013 geltend zu machen. Weitere Themen des rund anderthalbstündigen Arbeitsgesprächs im Rahmen der „mitteldeutschen handwerksmesse“ betrafen unter anderem Auswirkungen des geplanten EU-Haushalts 2014 bis 2020 sowie die der angekün-digten EU-Zahlungsrichtlinie auf das deutsche Bauhaupt- und Ausbaugewerb.

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