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Convertible Notebook mit Windows 8 Arbeiten in 360 Grad: Lenovo Yoga im Test

Notebook oder Tablet-PC? Wer sich nicht entscheiden möchte, findet auf dem Markt seit einiger Zeit so genannte Convertibles, die sich im Handumdrehen verwandeln lassen. Das Lenovo Yoga Pro 2 geht noch einen Schritt weiter und lässt sich sogar um 360 Grad verbiegen. Der Akrobat im Test.

Lenovo Idea Pad Yoga 2 Pro
Das Lenovo Idea Pad Yoga 2 Pro ist ein technischer Akrobat: Der Nutzer kann zwischen vier Arbeitsmodi wählen. -

Handwerksunternehmer, die ein tragbares Gerät für den Arbeitseinsatz suchen, greifen häufig immer noch zum klassischen Notebook oder den kompakteren Ultrabooks. Tablet-PCs sind zwar klein, leicht und schick, aber wegen ihrer wenigen Schnittstellen nicht für alle Arbeiten geeignet.

Eine Kombination aus Tablet-PC und Notebook bilden die Convertible Notebooks, die inzwischen von verschiedenen Herstellern angeboten werden. Sie wollen die Vorteile beider Geräteklassen vereinen und lassen sich sowohl per Touchscreen als auch klassisch mit einer vollwertigen Tastatur bedienen.

Bereits vor einem Jahr sorgte Lenovo mit dem Idea Pad Yoga für Aufsehen. Durch seine besonderen Scharniere lässt sich das Gerät komplett um 360 Grad drehen. So bieten sich insgesamt vier Arbeitsmodi: Notebook, Tablet-PC, Zelt (geeignet für Präsentationen) und Standmodus mit nach hinten geklappter Tastatur (Alternative zum All-In-One-PC).

Nun ist der Nachfolger auf dem Markt und will die Schwachstellen des Vorgängers ausbügeln. Wir haben das Idea Pad Yoga 2 Pro getestet.

Preis des Lenovo

Das Testgerät wird mit seinem orange überzogenen Gehäuse schon auf den ersten Blick zum Hingucker. Wer es dezenter mag, kann sich jedoch auch für eine grau-silberne Variante entscheiden. Zur Auswahl stehen auch verschiedene Leistungsklassen, die sich merklich am Preis bemerkbar machen. Die Standard-Variante mit einem Haswell Intel i5-Prozessor und einer SSD mit 256 GB gibt es für rund 1.300 Euro. Die bessere Ausstattung mit i7-Prozessor und einer doppelt so großen SSD kostet etwa drei hundert Euro mehr.

Display des Yoga 2 Pro

Den happigen Preis will Lenovo mit der Leistung und Verarbeitungsqualität des Convertibles rechtfertigen. Zum Beispiel mit dem 13,3-Zoll-Bildschirm, der mit 3200x1800 Pixeln auflöst. Damit bietet Lenovo fast doppelte so viele Bildpunkte wie Geräte mit Full-HD-Display. Auch der Retina-Display von Apples MacBooks kommt an diese Auflösung nicht heran. Allerdings wird die Auflösung nur bei Programmen zum Genuss, die mit dieser Auflösung etwas anfangen können. Dazu zählen zum Beispiel die Apps in der Kachel-Optik von Windows 8. Und auch Multimedia-Inhalte erscheinen knackscharf und detailreich.

Bei anderen Programmen wiederum erweist sich die hohe Auflösung eher als Hindernis. Durch die Skalierung sind die Menüs und Icons der Anwendungen dann so klein, dass sie kaum noch lesbar sind und auch nicht mehr zielgenau angeklickt werden können. Entspannter wird das Arbeiten dann nur durch das herunterdrehen der Auflösung in den Menü-Einstellungen.

Ein weiteres Manko: Der hochglänzende Bildschirm spiegelt stark. Wer im freien Arbeiten möchte oder in seinem Büro ein Fenster im Rücken hat, dürfte das durchaus als störend empfinden. In normalen Arbeitsumgebungen überzeugt das IPS-Display allerdings durch sehr gute Lesbarkeit, auch wenn man nicht direkt frontal vor dem Bildschirm sitzt.

Tastatur und Touchpad

Bei der Verarbeitungsqualität gibt sich das Yoga keine Blöße. Alle Geräteteile sind akkurat verbaut und die Oberflächen fühlen sich sehr hochwertig an, auch wenn zum Teil Plastik zur Verwendung kommt. Besonders gelungen ist die Innenseite des Convertibles, auf dem die Tastatur eingesetzt ist. Anstatt kaltem Metall oder rutschigem Hochglanz-Plastik fühlt sich das Material warm und weich wie Leder an. Die Tastatur ist großzügig und vollwertig ausgestattet, vertippen wird hier zur Seltenheit. Als praktischen Zusatz bietet die Tastatur eine Hintergrundbeleuchtung.

Ein gemischtes Gefühl hinterlässt hingegen das Touchpad. Es ist relativ klein und fällt auch kleiner als beim Vorgängermodell aus. Zudem reagiert es nicht immer wie gewünscht. So kommt es zum Beispiel vor, dass durch eine ungenaue Geste ein Wechsel von der Kachel-Optik ins klassische Desktop-Menü von Windows 8 stattfindet.

Maße und Gewicht des Convertible Notebooks

Das Yoga 2 hat gegenüber seinem Vorgänger etwas abgespeckt. Mit einer Höhe von nur 16 mm ist es ein Millimeter schmaler und positioniert sich als Konkurrenz zum MacBook Air von Apple. Mit 1,40 kg ist es auch 150 Gramm leichter als das erste Yoga. Trotzdem ist es auch schon aufgrund seiner Größe von 13,3 Zoll deutlich schwerer als klassische Tablet-PCs. Für längeres Arbeiten in einer Hand ist es schlicht ungeeignet. Der Tablet-Modus lässt sich eher auf dem Sofa nutzen, wenn das Gerät auf den Beinen abgestellt werden kann. Dann erweist sich das Yoga 2 aber als gelungene Unterhaltungszentrale, um zum Beispiel Videos zu betrachten. Durch das 13,3-Zoll-Display lässt sich auch mit der virtuellen Touch-Tastatur sehr genau arbeiten.

Prozessor

Das Arbeitstempo hängt natürlich vom gewählten Intel-Prozessor ab. Doch auch mit der i5-Variante arbeitet das Lenovo-Modell in Kombination mit der SSD deutlich zügiger als ein Notebook mit normalem HDD-Speicher. Etwa 15 Sekunden nach dem Start ist Windows 8 einsatzbereit. Aus dem Ruhemodus erwacht es deutlich schneller und kann sich damit durchaus mit einem reinen Tablet-PC messen.

Die Kühlung funktioniert auch bei hoher Arbeitslast ohne störende Geräuschentwicklung. Trotz der angenehm leisen Kühlung bleibt die Wärmeentwicklung in einem unbedenklichen Bereich. Nur wer das Convertible längere Zeit auf dem Schoß benutzt, spürt die Abwärme.

Akku des Yoga 2 Pro

Der Akku hält im normalen Arbeitsmodus etwa fünf Stunden durch, ein guter aber kein Spitzenwert. Manche Convertibles wie das Dell XPS bietet noch etwas mehr Ausdauer.

Betriebssystem

Dass beim Yoga 2 echtes Notebook-Gefühl aufkommt, liegt zum einen am Einsatz von einem vollwertigen Windows-8-Betriebssystem und zum anderen an der Anschlussvielfalt. So bietet das Yoga zwei USB-Anschlüsse (einen mit USB 3.0), eine micro-HDMI-Schnittstelle für den Anschluss externer Displays, einen Speicherkartenleser und einen Kopfhörer-Ausgang. Verzichtet hat Lenovo hingegen auf einen klassischen LAN-Anschluss für nicht drahtlose Internetverbindungen.

Fazit

Während das Lenovo Idea Pad Yoga 2 Pro sich problemlos mit hochwertigen Notebooks und Ultrabooks messen kann, ist es als Tablet-PC doch relativ schwer und groß. Ein Problem, dass allerdings auf die meisten Convertibles zutrifft. So ist das Yoga vor allem für diejenigen geeignet, die ein Arbeitsgerät suchen, aber nicht ganz auf den Coolness-Faktor eines Tablet verzichten wollen.

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