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Steuer aktuell Antrag auf Ist-Versteuerung: Wenn das Finanzamt ablehnt

Für Unternehmer, deren Umsatz 2013 nicht mehr als 500.000 Euro betragen hat, gibt es ein interessantes Antragsrecht zur Umsatzsteuer. Sie können einen Antrag auf Ist-Versteuerung stellen. Was zu tun ist, wenn das Finanzamt den Antrag auf Ist-Versteuerung ablehnt.

Ob sich ein Einspruch gegen die Ablehnung auf Ist-Versteuerung lohnt, hängt davon ab, aus welchem Grund das Finanzamt den Antrag ablehnt. Das Finanzamt darf die Ist-Versteuerung bei der Umsatzsteuer beispielsweise auf folgenden Gründen ablehnen:

  • Gefährdung des Steueranspruchs
  • Unzureichende steuerliche Mitwirkungspflichten des Unternehmers
  • Es liegt ein Missbrauch vor (z.B. verbundene Unternehmer: Ein Unternehmern macht Vorsteuerabzug gelten, zahlt aber nicht)

Lehnt das Finanzamt den Antrag auf Ist-Versteuerung dagegen mit der Begründung ab, dass bei Bilanzierung die Soll-Versteuerung einfacher ist, ist die Ablehnung ermessensfehlerhaft und kann mit einem Einspruch angefochten werden (FG Sachsen, Urteil v. 17.12.2013, Az. 6 K 1768/11).

Tipp: Die Ist-Versteuerung führt zu enormen Liquiditätsvorteilen. Denn die Umsatzsteuer für erbrachte Leistungen muss immer erst dann ans Finanzamt gemeldet und abgeführt werden, wenn der Kunde die Rechnung bezahlt (Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 UStG). Bei der Soll-Besteuerung wird die Umsatzsteuer dagegen unabhängig vom Zahlungszeitpunkt bereits bei Ausführung der Leistung fällig. dhz

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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