Mobilität + Transport -

So optimieren Sie Ihr Transportvolumen Anhänger: Die Sache mit dem Haken

Was nicht in den Laderaum passt, lässt sich ziehen. In vielen Handwerksbranchen gehören Anhänger deshalb zum festen Bestandteil des Fuhrparks.

Mit dem Anhänger lassen sich kleine Baumaschinen bis hin zum Minibagger transportieren. Aber auch Schüttgut oder Material, das nicht mehr in den Laderaum passt, lässt sich an den Haken nehmen, ohne dass ein zusätzlicher Transporter benötigt wird.

Die Anhänger von Unsinn Fahrzeugtechnik sind Produkte vom Handwerk fürs Handwerk. 1958 von Leonhard Unsinn als Schmiedewerkstatt gegründet, hat sich das Unternehmen aus Holzheim nördlich von Augsburg zu einem der führenden Hersteller für Anhänger entwickelt mit der Hauptzielgruppe Bauhandwerk und Gala-Bau. „Unsere Bestseller sind der Dreiseitenkipper und der Maschinentransporter“, sagt Geschäftsführer Gunnar Bregler.

50 Prozent Einzelanfertigung

Die Dreiseitenkipper firmieren bei Unsinn unter dem Produktkürzel UDK und werden vom einachsigen Modell mit 1.800 kg Gesamtgewicht bis hin zum Zweiachser mit 3,5 t angeboten. Allein 33 verschiedene UDK-Modelle finden sich im Serienangebot, dazu gibt es reichlich Zubehör. Allerdings hat rund die Hälfte der 14.000 pro Jahr produzierten Anhänger die Losgröße eins, wie Bregler betont. Das heißt, jeder zweite Unsinn-Anhänger wird an spezielle Kundenwünsche angepasst. Die Vielfalt spiegelt die Individualität des Handwerks wider.

DUO-Anhänger von Unsinn

Speziell auf Bau- und Ausbaugewerke zugeschnitten sind die Maschinentransporter DUO, vereinen sie doch zwei Funktionen, die dort besonders gefragt sind. Einerseits lässt sich der 3,5-t-Pritschenhochlader nach links und rechts kippen, wodurch auch Schüttgut wie Kies und Sand sicher transportiert und schnell abgeladen werden kann. Andererseits trägt er Rüttelplatten oder Minibagger, die sich dank nach hinten kippbarer Ladefläche mit durchgehender Überfahrklappe problemlos verladen lassen. Die serienmäßig verbaute Fernbedienung zur Steuerung der Kippfunktion bietet eine komfortable Handhabung. Ebenso zur Serienausstattung gehören Seilwindenbock und automatische Bremsennachstellung.

Abrollkipper ergänzen Produktpalette

Wer noch schwerere Maschinen von bis zu 2.800 kg Eigengewicht ziehen möchte, kann bei Unsinn auf Anhänger vom Typ UBA zurückgreifen. Sie haben zwar keine Seitenkippfunktion, zeichnen sich aber auf der Baustelle durch ihre Funktionalität aus. Bei ihnen lassen sich die Auffahrschienen mit 3.500 kg Tragkraft seitlich wegschwenken, sodass sich mit dem Gabelstapler auch Europaletten aufladen lassen. Zudem sind die Kotflügel begehbar und Zurrpunkte mit 2.000 kg Zugkraft sorgen für sicheren Transport.

Die Produktpalette von Unsinn umfasst freilich noch eine ganze Reihe weiterer Anhänger – vom Langguttransporter für das Zimmererhandwerk über Großraumanhänger, die sich ideal für den Transport von Dämmmaterial eignen, bis hin zu Drehschemeln. Bei Unsinn selbst unterscheidet man vier Geschäftsfelder: Anhänger bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht und Lkw-Anhänger bis 14 t, dazu gibt es Abrollkipper, die vor allem im Garten- und Landschaftsbau sowie bei kommunalen Bauhöfen zum Einsatz kommen, sowie Bremsanhänger als Testfahrzeuge für die Autoindustrie.

Schmiedewerkstatt als Keimzelle

Die ehemalige Schmiedewerkstatt, in der Leonhard Unsinn Landmaschinen reparierte und erste Anhänger baute, hat sich in sechs Jahrzehnten zu einem Anhängerspezialisten mit 280 Mitarbeitern, darunter 25 Lehrlinge, gewandelt, der bis heute von der Familie Unsinn geleitet wird. Dieses Jahr strebt das Familienunternehmen nach Angaben von Geschäftsführer Gunnar Bregler einen Umsatz von 45 Millionen Euro an.

Trotz des starken Wachstums der vergangenen Jahre will das Familienunternehmen seinem Stammsitz die Treue halten. Neben dem 80.000 m² großen Firmengelände wurde bereits eine ebenso große Fläche erschlossen. „Wir wollen am Standort wachsen“, sagt Bregler. Dabei erwartet der Geschäftsführer große Herausforderungen, die auf die Hängerhersteller zukommen. Vor allem auf Trends wie Elektromobilität oder autonomes Fahren sowie die steigende Anzahl von elektronischen Assistenzsystemen müsste sich die Branche ein­stellen.

© deutsche-handwerks-zeitung.de 2019 - Alle Rechte vorbehalten