Dresden -

Initiative hilft bei fehlender Qualifikation "ValiKom" erkennt berufliche Kompetenzen an

Menschen, die zwar Berufserfahrung, aber keine formale Qualifikation haben, können durch das Projekt "ValiKom" auf mehr Anerkennung hoffen. Die Handwerkskammer Dresden vertritt das ostdeutsche Handwerk.

Rund zwei Millionen junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 34 Jahren verfügten deutschlandweit im Jahr 2012 über keinen anerkannten Berufsabschluss, so das Bundesinstitut für Berufsbildung. Viele dieser Menschen haben sich jedoch im Verlauf ihres Erwerbslebens berufliche Kompetenzen angeeignet, welche bisher nicht durch Nachweise belegt werden konnten. Ein einheitliches und in der Breite etabliertes Verfahren dazu gibt es in Deutschland bislang nicht.

Hier setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundprojekt "Abschlussbezogene Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen (ValiKom)" an. Unter Leitung des Westdeutschen Handwerkskammertags entwickelt und erprobt die Handwerkskammer Dresden gemeinsam mit sieben weiteren Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern während der Projektlaufzeit bis zum Jahr 2018 ein auf allgemeingültigen Standards beruhendes Verfahren. Dafür werden verschiedene Berufsbereiche in den Kammerbezirken einbezogen.

Ziel des Verfahrens soll es sein, erworbene Kompetenzen sichtbar zu machen, abschlussbezogen festzustellen und durch ein Zertifikat zu belegen. "Damit entsteht auch eine verlässliche Basis für unsere Mitgliedsbetriebe, um bei einem Bewerber schnell feststellen zu können, was er ohne Abschluss trotzdem kann und wo noch Qualifizierungsbedarf besteht", so Dr. Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.

Am Ende des Projekts wird ein ausführlicher Handlungsleitfaden mit Verfahrensbeschreibung, Instrumenten, Validierungszertifikat und Empfehlungen stehen. Diese Dokumentation bietet dann die Grundlage für einen weiterführenden Dialog.

Hintergrund

Neben dem Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) als Projektkoordinator wirken die Handwerkskammern Dresden, Hannover, München und Münster sowie die Industrie- und Handelskammern Halle-Dessau, Köln, München und Stuttgart an der Pilotinitiative mit. Als einzig vertretene Ost-Handwerkskammer repräsentiert die Handwerkskammer Dresden in der Initiative das gesamte ostdeutsche Handwerk.

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