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Wanderstöcke im Test Am richtigen Stock gehen

Der Herbst steht vor der Tür und mit ihm die letzte Möglichkeit des Jahres, eine Wander- oder Bergtour bei strahlendem Sonnenschein und klarer Fernsicht zu unternehmen. Wanderstöcke unterstützen die Bergsteiger beim Gipfelsturm in steilem und schwiereigen Gelände. Die Zeitschrift "Alpin" hat die gängigen Modelle getestet.

Mit vier Beinen läuft es sich deutlich stabiler als mit nur zweien. Das wussten schon die Alpinisten aus früheren Zeiten und benutzten deswegen lange, schwere Holzstöcke für ihren Gipfelsturm. Seit damals hat sich viel verändert. Die Wanderstöcke wurden leichter und kleiner und das Material wandelte sich von Holz über Aluminium bis hin zu Karbon.

Aber auch der gesundheitliche Aspekt spielt eine wichtige Rolle. Es ist erwiesen, dass gerade beim Bergabgehen die Gelenke deutlich entlastet werden. Ein weiterer Vorteil ist die höhere Stabilität in schwierigem Gelände durch die gleichmäßige Belastung von Armen und Beinen. Als kleinen Nachteil sehen Experten, dass man sich schnell an die Stöcke gewöhnt, wenn man ständig mit ihnen unterwegs ist.

Die Zeitschrift "Alpin" hat für die September- Ausgabe die gängigen Wanderstock-Modelle auf Gewicht, Stabilität und Verformung sowie Hand­habung und Transport getestet.

Jetzt wird zusammengefaltet

Die Technik, um die Stöcke in der Länge verstellen zu können, wurde im Laufe der Jahre immer wieder verändert. Deswegen gibt es mittlerweile mehrere gängige Systeme. Damit die Stöcke am Rucksack tranportiert werden können, werden viele Modelle nicht mehr zusammengeschoben, sondern gefaltet. Der Vorteil ist das kürzere Packmaß. Da die einzelnen Segmente nicht mehr ineinander verschwinden, leidet das Packvolumen.

Wanderstöcke
© Komperdell

Karbon hat jetzt auch bei den Wanderstöcken Einzug gehalten. Aber ist das wirklich sinnvoll? Die Gewichts­ersparnis gegenüber Aluminium ist gering und das Material ist nicht sehr robust. Eventuelle Bruchstellen sind Kerben, die sich bilden, wenn man beim Laufen an Steinen anstößt. Aber auch hierfür gibt es eine Lösung. Eine Kombination aus beidem macht den Stock ein paar Gramm leichter und im unteren Bereich bleibt er trotzdem stabil.

Die Testergebnisse

Im "Alpin"-Test wurde der "Komperdell Expedition Vario 4 Carbon" als Testsieger gekürt. Hier wird Karbon mit Aluminium kombiniert, das Gewicht ist mit 430 Gramm gering und die Transportlänge von 43 Zentimetern kann sich sehen lassen. Einziger Wermutstropfen: Das Modell ist relativ teuer. Wem es auf das Packmaß ankommt, der liegt mit dem "Black Diamond Distance FL" richtig. Mit einer gefaltete Länge von etwa 40 Zentimeter passt er in fast jeden Tagesrucksack und ist ein idealer Stock für den Zu- und Abstieg von Kletterrouten. Für sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wurde der "Quechua Forclaz 500 Grip" ausgezeichnet. Neben den vielen Hersteller gibt es mittlerweile auch viele verschiedene Systeme und Materialien. Das macht die Auswahl des richtigen Stockes nicht immer einfacher. Deswegen gilt auch hier: ausprobieren, anschließend entscheiden. dhz

Den kompletten Testbericht finden sie in Heft 9 des Bergmagazins "Alpin" oder unter alpin.de

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