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Steuertipp Aktienverlust unbedingt noch 2019 realisieren

Das Finanzamt muss einen Aktienverlust eigentlich steuerlich anerkennen und mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen steuersparend verrechnen. Doch aufgrund einer geplanten Änderung 2020 sollten Sie der Ausbuchung der wertlosen Aktien aus Ihrem Depot zuvorkommen und schnellstmöglich verkaufen.

In einem Gesetzesentwurf ist für 2020 vorgesehen, dass die Ausbuchung wertloser Aktien aus dem Depot eines Anlegers steuerlich unrelevant ist. Weder die Bank, noch das Finanzamt müssen ab 2020 solche Verluste steuerlich berücksichtigen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich bei drohender Wertlosigkeit und Ausbuchung der Aktien, die Aktien noch bis zum 31.Dezember 2019 mit Verlust zu verkaufen. Nur in diesem Fall können Sie erreichen, dass das Finanzamt die Verluste steuerlich berücksichtigt.

Kommt Regelung auch rückwirkend zur Anwendung?

Fachleute diskutieren bereits, ob diese neue Gesetzesregelung nicht vielleicht schon rückwirkend – also auch für Jahre vor 2020 – zur Anwendung kommen könnte. Der Gesetzgeber könnte das vielleicht so planen, in der Praxis dürfte er jedoch keine Chance haben, das gerichtlich durchzusetzen. Denn derzeit gibt es die steuerzahlerfreundliche Rechtsprechung. Anleger, die heute verkaufen oder denen noch 2019 wertlose Aktien aus dem Depot gebucht werden, genießen einen Vertrauensschutz.

Steuertipp: Werden Sie also unbedingt noch 2019 aktiv, wenn zu erwarten ist, dass wertlose Aktien voraussichtlich 2020 aus Ihrem Depot ausgebucht werden könnten. dhz

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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