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Steuertipp Adressangabe in der Rechnung: Steuerliche Anforderung erleichtert

Obwohl der Europäische Gerichtshof und der Bundesfinanzhof bereits geurteilt haben, dass es für die Vorsteuererstattung praktisch völlig egal ist, welche Adresse der leistende Unternehmer in seiner Rechnung angibt, haben viele Sachbearbeiter und Prüfer der Finanzämter diese Urteile ignoriert. Deshalb musste jetzt das Bundesfinanzministerium Stellung beziehen.

Das Bundesfinanzministerium bestätigte die Anwendung der neuen EuGH- und BFH-Rechtsprechung (BMF, Schreiben v. 7.12.2018, Az. III C 2 – S 7280-a/07/10005:003). Dieses Schreiben ist in allen offenen Fällen anzuwenden.

Neue Rechtsprechung zur korrekten Eingangsrechnung

Bisher kippte das Finanzamt den Vorsteuerabzug, wenn es auf Eingangsrechnungen stieß, bei denen der Rechnungsaussteller nicht die Adresse mitteilte, an der sein Unternehmen wirtschaftlich tätig wurde, sondern eine reine Postanschrift. Die neue Rechtsprechung hat damit allerdings gar kein Problem. Ist der Rechnungsaussteller durch andere Rechnungsinhalte eindeutig identifizierbar, ist es völlig egal, dass er in der Rechnung nur eine Adresse für die postalische Adresse angibt.

Steuertipp: Sollten Sie im Streit mit dem Finanzamt liegen, sollten Sie auf dieses aktuelle BMF-Schreiben verweisen, dass Ihnen den Vorsteuerabzug rettet. Die Aussage zur Angabe der Adresse in einer Rechnung des Bundesfinanzhofs gilt übrigens 1:1 auch für die Adresse des Rechnungsempfängers. Also auch wenn es sich bei dessen Adresse um eine bloße Briefkastenadresse handelt, ist das in Punkto Vorsteuererstattung kein Problem. dhz

Im DHZ Steuerarchiv finden Sie weitere Steuertipps.

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