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Schlechter Breitbandausbau auf dem Land Abgeschnitten: Tischler hat vier Wochen kein Festnetz

Eine schlechte Internetverbindung und dann auch noch vier Wochen kein Festnetz. Tischler Gerd Seiler ist verärgert. Der fehlende Ausbau der Telefon- und Internetleitungen in seinem Ort ist für ihn ein großer Wettbewerbsnachteil.

"Wir wollen auf den Mars fliegen, schaffen es aber nicht flächendeckend funktionierende Telefonleitungen zu verlegen", sagt Tischler Gerd Seiler. Der Handwerker lebt im sächsischen Schönbach an der deutsch-polnischen Grenze. Seit Jahren hat er immer wieder Probleme mit seinen Telefon- und Internetanschlüssen.

Anfang März kam es sogar zu einem Komplettausfall des Telefons. Der Grund: Probleme mit der Überlandleitung und dem Pfosten, auf dem das Telefonkabel verlegt ist. Immer wieder wurde Seiler von seinem Telefonanbieter vertröstet. Es dauerte insgesamt vier Wochen, bis das Festnetz wieder störungsfrei funktionierte. "Ob das jetzt aber wirklich von Dauer ist, wage ich zu bezweifeln", sagt der Tischler.

Handynetz auch schwach

In der Zwischenzeit hatte er seinen Kunden die Handynummer als Kontakt angegeben. Was jedoch auch nur eine Notlösung war. In der Grenzregion sei man auf dem Handy nicht immer gut zu erreichen, klagt Seiler. Oft würden seine Gespräche abbrechen, weil das Netz in Schönbach nicht störungsfrei funktioniert.

Seit Mittwoch, 4. April, ist er wieder unter der gewohnten Nummer für seine Kunden erreichbar. Besonders wichtig ist für ihn, dass auch das Faxgerät wieder funktioniert. Denn Aufträge und Angebote wickelt er vor allem auf diesem Kommunikationsweg ab. Ein Grund dafür ist auch der schlechte Breitbandausbau in seinem Ort. "Das Netz ist einfach schlecht. Ich habe zum Beispiel oft Probleme mit dem Onlinebanking", ärgert sich Seiler.

Breitbandausbau lässt zu wünschen übrig

Dass der Breitbandausbau in der Region zu wünschen übrig lässt, bestätigte auch der Schönbacher Bürgermeister Uwe Petruttis der Sächsischen Zeitung. Obwohl für das Ortsgebiet offiziell sechs bis 16 Mbit/s angegeben werden, liege die Übertragungsgeschwindigkeit bei 384 Kbit/s bis 2.500 Kbit/s. Diese Werte seien deutlich niedriger als die Zahlen, die der Landkreis ermittelt und in den Breitbandatlas geschrieben habe, heißt es in der Sächsischen Zeitung online.

In seiner Not hatte sich Seiler an die Tischlerinnung, den Landkreis und sogar an die sächsische Landesregierung gewandt. "Ich kann nicht hinnehmen, dass mein Telefonanbieter meine Existenz bedroht. Ich zahle mehr für Telefon und Internet als Freunde in Dresden und habe eine schlechtere Verbindung. Es ist wirklich wettbewerbsverzerrend wie wir hier auf dem Land benachteiligt werden."

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