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Steuertipp Abfindung in zwei Teilbeträgen: Trotzdem Steuervorteil

Wurden Sie als Arbeitnehmer gekündigt und Ihr Arbeitgeber hat Ihnen die Abfindung 2015 als Einmalbetrag ausbezahlt, wird die diese Abfindung normalerweise begünstigt nach der so genannten Fünftelmethode besteuert. Bei der Abgabe einer Einkommensteuererklärung können Sie diese günstigere Besteuerung beantragen. Doch was gilt steuerlich, wenn der Arbeitgeber die Abfindung in zwei Teilbeträgen ausgezahlt hat?

Hat Ihr Arbeitgeber die Abfindung in zwei Teilbeträgen ausbezahlt, beispielsweise Ende 2014 und Anfang 2015, scheidet die Fünftelmethode in 2015 normalerweise aus. Begründung der Finanzämter: Nur wenn die Abfindung zur Zusammenballung von Einkünften führt, greift die günstigere Besteuerung. Eine Zusammenballung liegt allerdings nicht vor, wenn der Arbeitgeber die Abfindung in zwei Teilbeträgen ausbezahlt. Ausnahme: Die Fünftelmethode kam bisher trotz Auszahlung in zwei Raten zur Anwendung, wenn eine Rate maximal 5 Prozent der Hauptabfindung betrug.

Neue 10 prozentige Nichtbeanstandungsgrenze beachten

In einem Schreiben hat das Bundesfinanzministerium für alle noch offenen Fälle klargestellt, dass die Fünftelmethode zur Anwendung kommt, wenn eine Rate maximal 10 Prozent der Hauptabfindung beträgt (BMF, Schreiben v. 4.3.2016, Az. IV C 4 – S 2290/07/10007:031).

So beantragen Sie die begünstigte Besteuerung

Tragen Sie in Anlage N zur Einkommensteuererklärung die erhaltenen Abfindungsbeträge in den Zeilen 17 bis 19 ein. Nur dann prüft das Finanzamt die begünstigte Besteuerung der Abfindung nach der Fünftelmethode.    

Steuertipp: Sind Sie kirchensteuerpflichtig, müssen Sie eigentlich auch für die erhaltene Abfindung Kirchensteuer bezahlen. Doch auf Antrag gewährt ihnen die Kirche möglicherweise einen Teilerlass. Sie haben keinen Anspruch auf diesen Teilerlass. In der Praxis klappt das jedoch meist.

Weitere Steuertipps finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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