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Steuertipp Abbruchkosten: Was gilt steuerlich?

Erwirbt ein Steuerzahler ein Gebäude ohne Abbruchabsicht, lässt es danach dennoch abreißen und errichtet ein neues Gebäude, stellt sich die Frage, ob die Abbruchkosten in voller Höhe als Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung abgezogen werden dürfen. Oder handelt es sich bei den Abbruchkosten um Anschaffungsnebenkosten des neuen Gebäudes und es ist nur ein Werbungskostenabzug möglich?

Die Antwort kommt vom Finanzgericht Münster und lautet: "Es kommt darauf an". Es kommt ausschließlich auf die bisherige Nutzung des Gebäudes an. Danach gelten folgende Grundsätze zur steuerlichen Behandlung der Abbruchkosten (FG Münster, Urteil v. 21.8.2020, Az. 4 K 855/19):

  • Soweit das Gebäude vermietet wurde, sind die Abbruchkosten sowie der Restbuchwert des abgerissenen Gebäudes in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar.
  • Wurde das Gebäude dagegen zu eigenen Wohnzwecken genutzt, sind die Abbruchkosten sowie der Restbuchwert den Herstellungskosten des neuen Gebäudes zuzuschlagen und abzuschreiben.

Bei einer gemischten Nutzung, also einer Nutzung zu eigenen Wohnzwecken und einer gleichzeitigen Vermietung, gilt steuerlich Folgendes: Soweit die Selbstnutzung nur von untergeordneter Bedeutung gewesen ist, nämlich weniger als zehn Prozent ausgemacht hat, ist der Werbungskostenabzug in voller Höhe erlaubt. Bei einer Nutzung zu eigenen Wohnzwecken zu mehr als zehn Prozent, sind die Abbruchkosten und der Restbuchwert prozentual aufzuteilen und steuerlich einzuordnen.

Weitere Steuertipp finden Sie im DHZ-Steuerarchiv.

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