Erster Zukunftsgipfel Merkel und Wirtschaftsverbände blicken in die Zukunft

Bei einem ersten "Zukunftsgipfel" haben Bundesregierung, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften im brandenburgischen Schloss Meseberg tagesaktuelle Streitfragen ausgeklammert.

Merkel und Wirtschaftsverbände blicken in die Zukunft

"Das Ziel war, über den Tag hinauszudenken", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem Treffen, das von einer "sehr optimistischen Grundhaltung" geprägt gewesen sei. Schwerpunkte der "Zukunftsgespräche", die in dieser Form erstmal stattfanden, waren nach Angaben Merkels der "demografische Wandel", die "Innovationsfähigkeit" Deutschlands und "nachhaltige Finanzen". Dabei hätten alle Seiten gezeigt, dass sie "an der Zukunft des Landes ein hohes Interesse haben". Die Kanzlerin betonte: "Wir haben Probleme, aber wir können das schaffen und wir wollen es auch schaffen." Das Modell der sozialen Marktwirtschaft habe sich bewährt. Es sei ein "sehr gutes Signal", dass ein solches Treffen mitten in den Nachwirkungen der Wirtschaftskrise stattfinden könne, sagte Merkel.

Auch Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) hob hervor, das Treffen, bei dem das halbe Bundeskabinett anwesend war, sei "ohne Konfrontation" verlaufen, getragen von dem "gemeinsamen Willen über den Tag, über das Jahr hinauszudenken".

Auch DGB-Chef Michael Sommer äußerte sich befriedigt. Es sei weitgehend gelungen, tagespolitische Fragen hintanzustellen. Zugleich versicherte der DGB-Vorsitzende: "Es gab niemanden, der seine Positionen geräumt hat." Es seien aber "gemeinsame Sichtweisen" für die Zukunft ausgelotet worden, etwa beim Fachkräftemangel. Deutschland habe zwar "an der einen oder anderen Stelle Schwierigkeiten". Angesichts der Fähigkeiten der deutschen Arbeitnehmer und der Kooperationsbereitschaft der Sozialpartner bestehe aber Grund zum Optimismus.

Industriepräsident Hans-Peter Keitel rief dazu auf, den Technologievorsprung Deutschlands zu verteidigen und auszubauen. Die Kanzlerin betonte: "Voraussetzung für alles ist eine gute Bildungslandschaft." Mit Blick auf die "Bildungsrepublik Deutschland« fügte sie hinzu: "Daran müssen wir weiterarbeiten."

Die Zukunftsgespräche mit Wirtschaft und Gewerkschaften sollen nach den Worten Merkels fortgesetzt werden. Eine Arbeitsgruppe werde sich nun mit den Folgen der alternden Gesellschaft und dem Fachkräftemangel befassen. Im nächsten Jahr werde es wieder einen Zukunftsgipfel geben,

ddp