Die Volks- und Raiffeisenbanken haben im vergangenen Jahr einen Überschuss von 3 Milliarden Euro nach Steuern. Damit ist das Kreditinstitut mit einem Gewinn durch die Schulden- und Finanzkrise gekommen. 729,3 Milliarden Euro beträgt die Bilanzsumme der 1.121 Mitgliedsinstitute des Bundesverbandes BVR.
Die Abschreibungen für Griechenland seien darin schon mit 110 Millionen Euro enthalten, aber "letztlich zu vernachlässigen", sagte BVR-Präsident Uwe Fröhlich am Montag in Berlin bei der Vorstellung des Jahresergebnisses seiner Mitglieder.
Fröhlich kritisierte die Commerzbank und die IKB scharf wegen angeblich marktverzerrender Angebote. Diese staatlich gestützten Kreditinstitute wollten "mit betriebswirtschaftlich wenig nachvollziehbaren Konditionen 'Markt kaufen'".
"Steuergelder sollten Spielplätze und nicht schwache Institute stützen."
In seine Schelte schloss Fröhlich den Sonderfonds für Fianzmarktstabilisierung (Soffin) ein, der nicht gegen diese Praxis vorgehe. Der BVR habe sich auch schon beim Soffin beschwert, als Antwort seien aber in der Regel "Serienbriefe" zurückgekommen. Sein Vorstandskollege Andreas Martin fügte hinzu: "Wir erwarten, dass mit unseren Steuergeldern Spielplätze und Schwimmhallen gestützt werden und nicht Institute, die sich ohne Hilfe des Steuerzahlers am Markt nicht behaupten könnten."
Der BVR wies trotz aller Krisen eine laut Fröhlich "hervorragende" Bilanz aus. Der Jahresüberschuss betrug 3 Milliarden Euro nach Steuern gegenüber 3,2 Milliarden Euro 2010. Vor Steuern waren es 4,8 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme von 729,3 Milliarden Euro lag um 3,2 Prozent höher als 2010. Die Zahl der Mitglieder wuchs um 313.000 auf 17 Millionen. Die Einlagensumme stieg um 3,4 Prozent auf 524 Milliarden Euro und die Kreditsumme um 4,5 Prozent auf 425 Milliarden Euro. Der Marktanteil der Genossenschaftsbanken im Kreditgeschäft mit Privatkunden betrug 21,9 Prozent. Es gebe keine Kreditklemme, sagte Fröhlich. dapd