Deutschland rutscht im internationalen Vergleich bei weiterführenden Bildungsabschlüssen auf die unteren Ränge. Laut dem neuesten Bildungsbericht der OECD mangelt es bei uns sowohl an Arbeitskräften mit Hochschul- und Fachhochschulabschluss als auch an Meistern und Technikern.

Deutschland mangelt es an Meistern
Vor 50 Jahren erwarb dem Bericht zufolge in Deutschland knapp jeder fünfte junge Erwachsene einen Hoch- oder Fachschulabschluss oder einen Meisterbrief. Heute ist das nur noch etwa jeder Vierte (26 Prozent). Damit die der Anteil derjenigen, die sich im sogenannten tertiären Bereich weiterbilden seit fünf Jahrzehnten kaum gewachsen. Deutschland belegt damit einen der untersten Plätze im Vergleich zu wichtigen Konkurrenten auf dem Weltmarkt.
Deutschland gibt zu wenig für Bildung aus
Zu den schlechten Noten, die Deutschland bei den weiterführenden Abschlüssen kassiert, kommt auch die Tatsache, dass gleichzeitig die Investitionen für Bildung in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen sind. Fast überall in den von der OECD untersuchten Ländern fallen diese Ausgaben höher aus (Ausnahme: Tschechien und die Slowakei). Der Bericht zeigt, dass private und öffentliche Stellen in Deutschland 1995 noch 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukt (BIP) für Bildungseinrichtungen ausgaben. 2008 waren das nur noch 4,8 Prozent. Besonders deutlich wird das niedrige Ausgabenniveau im Grundschulbereich. "Während hier im OECD-Mittel pro Schüler jährlich 7200 US-Dollar fließen, investiert Deutschland umgerechnet nur 5900 US-Dollar", rügt die OECD.
Lohn und Zufriedenheit steigen
In ihrem Bericht können die Bildungsexperten in diesem Jahr zum ersten Mal einen langfristigen Trend aufzeigen und daher auch grundsätzliche Feststellungen zu den Abschlüssen im tertiären Bildungsbereich treffen. So zeigte sich, dass die Arbeitslosigkeit bei denjenigen, die einen weiterführenden Abschluss haben, so niedrig ist wie bei keiner anderen Bevölkerungsgruppe. Gleichzeitig steigen damit auch die Verdienstmöglichkeiten. So können in Deutschland Männern in diesem Fall mit 68 Prozent und bei Frauen 65 Prozent mehr Lohn rechnen.
Gleichzeitig zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit sowie einer positiven Einstellung zur Gesellschaft und der Ausbildung. So arbeiten beispielsweise in der am besten ausgebildeten Gruppe fast dreimal so viele Menschen ehrenamtlich wie in jener ohne vergleichbare Abschlüsse. Und auch die Wahlbeteiligung liegt hier höher.
jtw