Die Transporter von Piaggio erhalten im Jahr 2011 neue Motoren und mehr Sicherheit
Von Ulrich Steudel
Wendige Wagen für enge Kurven
Sie sind ein Blickfang, wo immer sie auftauchen - die kleinen Dreiräder von Piaggio namens Ape. Während sie im südeuropäischen Gewerbe zum mobilen Alltag gehören, fristen sie hierzulande eher ein Schattendasein als Werbeträger am Straßenrand. Allenfalls der Pizzaservice nutzt die zum Mikrotransporter aufgerüsteten Vespa als Lieferfahrzeug. Dabei bietet Piaggio auch richtige Kleintransporter, die für das Handwerk durchaus von Interesse sein können. Denn Piaggio Porter (850 kg Nutzlast) oder Piaggio Porter Maxxi (1.100 kg Nutzlast) überzeugen mit Wendigkeit und geringen Kosten.
Für dieses Modelljahr hat Piaggio seine Transporter mit neuen Motoren ausgerüstet, die beide die Euro-5-Abgasnorm erfüllen. Erstmals wird ein Dieseltriebwerk mit Rußpartikelfilter angeboten. Der in Indien gebaute Zwei-Zylinder-Commonrail-Turbodiesel mit einem Hubraum von 1.200 ccm leistet 47 kW (71 PS). Durch den geringen Verbrauch von 5 l/100 km fallen nur 125 g CO2/km an. Damit liegt das Fahrzeug schon heute unter dem Grenzwert von
135 CO2/km, den das EU-Parlament für das Jahr 2020 gerade beschlossen hat.
Neben dem Dieselaggregat kommt ein neuer Vier-Zylinder-Ottomotor zum Einsatz, der mit 6,7 l/100 km rund 30 Prozent weniger Benzin verbraucht als das Vorgängermodell und ab Werk auch in bivalenter Ausführung (kombiniert mit Flüssiggas oder Methan) lieferbar ist. Durch den Einsatz einer Steuerkette statt eines Zahnriemens können die Wartungskosten gesenkt werden, weil die Kette ein Fahrzeugleben lang hält.
Schon seit 1995 hat Piaggio den Porter als Elektrofahrzeug im Programm, das ebenfalls in diesem Jahr einen neuen Motor mit überarbeiteter Steuerelektronik erhält. Der Porter Electric Power hat eine Reichweite von 110 km bei einer Höchstgeschwindigkeit von 57 km/h. Die Porter mit herkömmlichem Antrieb fahren bis zu 130 km/h schnell.
Neben den neuen Motoren wurden die Piaggio-Transporter des Modelljahres 2011 in vielen Details verbessert. So ist der Porter erstmals serienmäßig mit ABS ausgestattet. Außerdem soll eine neue Verglasung für eine angenehmere Innentemperatur in der Fahrerkabine sorgen. Gegen Aufpreis gibt es elektrische Fensterheber, Nebelscheinwerfer, Parksensoren (nicht für Maxxi) und Zentralverriegelung.
Eine der großen Stärken des Winzlings aus Italien bleibt der Wendekreis, der beim normalen Porter bei 7,4 m liegt. Der Porter Maxxi benötigt für die 360-Grad-Kurve einen Durchmesser von
9,2 m und liegt damit immer noch deutlich unter dem Durchschnitt dieser Fahrzeugklasse von 10,8 m.