Uneinheitlich sind die Daten zur Konjunktur. Während die Stimmung bei den Firmen einen klaren Aufwärtstrend zeichnet, sprechen die harten Fakten eine andere Sprache. So legte das ifo-Geschäftsklima im September zum fünften Mal in Folge zu. Hingegen fiel die Erzeugung der Industrie zwischen Juni und August um 0,8 Prozent niedriger aus als 2012. Zudem neigte der Außenhandel im Sommer zur Schwäche.
Eigentlich hätte die Exportwirtschaft die Initialzündung für den Aufschwung liefern sollen. Nachlassendes Wachstum in den Schwellenländern und die hartnäckige Rezession in Teilen der Euro-Zone bremsten jedoch die deutschen Exporte. Im Juli und August blieben die Auslandslieferungen um 2,7 Prozent hinter dem Vorjahr zurück.
Eine Belebung der Investitionstätigkeit war bislang ebenfalls nicht spürbar. Bis in den Sommer war das Kreditneugeschäft schwach. Dabei sind die deutschen Ausgaben für Ausrüstungsgüter auf einem bedenklich niedrigen Niveau – nur gut sechs Prozent beträgt ihr Anteil am BIP. Gleichwohl wird eine Trendwende immer wahrscheinlicher. Im Juli/August nahmen die inländischen Bestellungen bei den Investitionsgüterherstellern wieder zu, und zwar um 5,5 Prozent aus Vorjahressicht.
Beschäftigung steigt
Das Konsumklima ist derzeit so freundlich wie vor sechs Jahren. Der robuste Arbeitsmarkt und höhere Tariflöhne geben den privaten Haushalten die nötige Planungssicherheit für größere Anschaffungen.
Die Inflationsrate fiel im September auf 1,4 Prozent. Verantwortlich dafür waren verbilligte Energie- und Rohstoffimporte. Im Gegensatz dazu verteuerten sich Nahrungsmittel stark. Zuerst hatten der lange Winter, dann Dauerregen und schließlich anhaltende Hitze die Ernte beeinträchtigt.
Nach wie vor wird Beschäftigung aufgebaut. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im August auf Jahressicht um 0,5 Prozent auf 42 Millionen. Zudem hat sich der Arbeitskräftebedarf auf hohem Niveau stabilisiert. Arbeitslose profitieren aber nur teilweise: Ihre Zahl ist im Vorjahresvergleich aufwärtsgerichtet. Immer öfter passen die Profile der Arbeitslosen nicht zur Nachfrage. we/los