Die Verbraucher geben immer noch kräftig aus, anstatt zu sparen – auch wenn viele die Konjunkturaussichten mittlerweile schlechter einschätzen. Ein Grund ist die gute Arbeitsmarktlage. Der private Konsum ist somit auch weiterhin eine wichtige Stütze der Konjunktur. Die Exporte hingegen schwächeln.
Bereits zum dritten Mal in Folge erleidet laut der GfK die Konjunkturerwartung der deutschen Konsumenten deutliche Einbußen. Die Rezession in einigen Ländern der Eurozone lasse die Konsumenten zunehmend befürchten, dass sich auch die Bundesrepublik anstecken könnte.
Zwar zeige sich die deutsche Wirtschaft bislang noch widerstandsfähig, doch hat sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal etwas verlangsamt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zur Vorperiode noch um 0,3 Prozent, nachdem im ersten Vierteljahr noch ein Zuwachs von 0,5 Prozent zu verzeichnen war.
Die wirtschaftliche Schwäche in einer Reihe europäischer Länder hat dazu geführt, dass die deutschen Exporte nach Europa spürbar zurückgegangen sind. Vor allem die negative Entwicklung in Spanien, Italien und Griechenland hat die Ausfuhren in diese Länder einbrechen lassen. Dies spiegelt auch der Ifo-Geschäftsklimaindex wider, der im August den vierten Monat in Folge sinkt.
Deutsche geben lieber Geld aus, als zu sparen
Trotz der zunehmenden internationalen Turbulenzen bewahren sich die deutschen Verbraucher ihre bislang hohe Konsumneigung. Der stabile Arbeitsmarkt und die im Vergleich zu den Vorjahren hohen Tarifabschlüsse seien eine gute Basis, um gerade größere Anschaffungen zu tätigen.
Allerdings dürften nach Ansicht der GfK-Experten die zuletzt wieder deutlich gestiegenen Benzinpreise die Inflation anheizen. Dass schwächt wiederum die Kaufkraft.
Aufgrund der Finanz- und Eurokrise bestehen noch immer Vorbehalte, Geld bei Banken anzulegen. Die Furcht vor einem Stabilitätsverlust der Währung ist groß. Zudem sind die gegenwärtigen Zinsen für Geldanlagen so gering, dass sie nicht einmal die Inflation kompensieren.
Die GfK geht davon aus, dass die Deutschen weiter ihr Geld lieber ausgeben werden. Der private Konsum ist somit weite rhin eine wichtige Stütze der Konjunktur in Deutschland. rh