Schöne neue Welt
Der Traum aller Hausfrauen und -männer rückt mit der IFA immer näher. Die Internationale Funkausstellung in Berlin schießt uns mit Lichtgeschwindigkeit in den Hyperraum des vernetzten Lebens. Die neue Dimension bietet seinen Insassen einen Technikpark, wahlweise als „E-Haus“ bezeichnet, der von der Vision eines ganz selbstständig arbeitenden Haushalts mit untereinander kommunizierenden Einheiten, deren alleiniger Zweck darin besteht, die Menschen von der Bürde der täglich anfallenden Arbeiten zu befreien, nur eine „Bus-Tour“ entfernt erscheint. Man entschuldige das Wortspiel, aber wer kann sich schon dem Charme dieser Technikgimmicks entziehen, ohne selbst in die entsprechende Terminologie der Elektronikjünger zu verfallen. Was kann es Schöneres geben, als wenn der Hausherr heimkommt, das Garagentor von selbst öffnet, weil das herannahende E-Gefährt bereits erkannt wurde. Auf dem Küchentisch steht das fertige Essen, da die Frau von ihrem mobilen Endgerät aus über das Internet das Gericht eines Drei-Sterne-Kochs ausgesucht hat, dessen Zutaten wiederum vom Kühlschrank mit dem in ihm befindlichen Inhalt abgeglichen und, mit notwendigen Bestellungen ergänzt, für die Kocheinheit bereitgestellt wurden. Die Waschmaschine hat entschieden, die Wäsche später zu waschen, weil sie recherchiert hat, dass der Strom des Nachts billiger ist. Was will man mehr. Endlich hat man Zeit, nebenbei einen neuen Beruf zu lernen. Schließlich gibt es, demografisch bedingt, bald keine Fachkräfte mehr, die die komfortablen Geräte bauen. Bei so viel gewonnener Zeit machen wir das mal eben nebenbei. Aber vielleicht können das die E-Sklaven auch bald selbst. fm