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Arbeitssicherheit 5 Tipps, um Leiterunfälle zu vermeiden

Für viele Handwerker geht die Arbeit trotz Corona weiter. Deshalb bleibt auch der klassische Arbeitsschutz ein wichtiges Thema – zum Beispiel, um Unfällen im Zusammenhang mit Leitern vorzubeugen. Fünf Tipps, wie auf Leitern sicher gearbeitet werden kann.

Erst vor Kurzem zeigte sich die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) angesichts der angestiegenen Zahl von tödlichen Arbeitsunfällen am Bau besorgt: Aktuelle Daten zeigen, dass bereits 15 Menschen von Mitte März bis Ende April 2020 auf deutschen Baustellen durch Unfälle ums Leben gekommen sind . Abstürze von Dächern und Durchstürze waren dabei die häufigste Ursache.

>>> Lesetipp: BG BAU warnt: Zahl tödlicher Arbeitsunfälle gestiegen

Aber auch die Arbeit auf Leitern kann gefährlich sein: 2.684 Unfälle, die auf die Benutzung von Leitern zurückzuführen sind, wurden der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) im Jahr 2018 gemeldet. 155 Beschäftigte erhielten im selben Jahr eine Rente aufgrund eines Leiterunfalls. Um Leiterunfällen vorzubeugen, gibt die BG ETEM jetzt hilfreiche Tipps.

Das sollten Handwerker bei der Arbeit auf Leitern beachten:

  1. Wahl der richtigen Leiter: Die Wahl der Leiter ist abhängig von der Arbeitshöhe, der Aufgabe, der Nutzungsdauer und der Bodenbeschaffenheit. Manchmal ist eine Hubarbeitsbühne die sicherere Wahl.
  2. Korrekte Platzierung: Anlegeleitern sollten in einem Anstellwinkel zwischen 65 und 75 Grad zum Boden aufgestellt werden. Anlege-, Schiebe- oder Mehrzweckleitern nie an Scheiben, Masten oder Türen anlegen und immer auf einen sicheren und ebenen Untergrund achten – also nicht auf verschmutzen Böden oder rutschigem Untergrund anstellen. Wenn Arbeiten mit hohem Kraftaufwand ausgeführt werden müssen, sind diese Leitern die falsche Wahl.
  3. Sicherer Halt: Handwerker sollten nie freihändig arbeiten und am besten auch nicht einhändig. Ist der Halt zu gering, ist die Gefahr zu hoch. So verursacht das Mitführen von Werkzeugen beim Benutzen von Leitern oft Unfälle. Mit der Drei-Punkt-Methode (Kontakt mit zwei Füßen und einer Hand oder beiden Händen und einem Fuß) steigt man sicher auf eine Leiter. Vorsicht auch beim zu weiten Hinauslehnen: lieber absteigen und die Leiter neu positionieren.
  4. Fester Stand: Die obersten drei Stufen oder Sprossen einer Anlege- oder Schiebeleiter sind tabu. Fehlt die Haltemöglichkeit, besteht akute Sturzgefahr. Ist das nicht gegeben, muss eine größere Leiter verwendet werden. Dient eine Leiter als hochgelegener Arbeitsplatz, muss der Beschäftigte stets mit beiden Füßen auf einer Stufe oder Plattform stehen. Das Arbeiten von der Leitersprosse aus ist nicht mehr zulässig.
  5. Defekte Leitern: Leitern, bei denen Stufen oder andere Elemente fehlen, die verformt sind oder Verschleißerscheinungen aufweisen, müssen sofort entsorgt werden.

Wie Leiterunfälle vermieden werden, veranschaulicht die BG ETEM auch in einem Video. Hier geht es zum Clip. ew 

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