Wochenrückblick -

Die Woche mit der DHZ 2014: Mehr Zeit und Geld

Na, schon entschleunigt? Das Jahr 2014 beginnt so, wie das alte aufgehört hat: mit viel Arbeit, dem Wunsch nach weniger Stress und viel gutem Essen. Passend dazu in dieser Woche der Vorschlag: einfach Teilzeit arbeiten bei gleichem Lohn. Logisch, oder?

Jana Tashina Wörrle
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Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, war schon immer stressig. Seitdem es das Elterngeld gibt, werden die Väter zwar – meist in den obligatorischen zwei Monaten – ein wenig an dem Stress beteiligt. Vereinbaren müssen sie aber bislang nicht viel miteinander. Die neue Bundesregierung will das nun ändern und verspricht mit dem neuen Elterngeld Plus einen Bonus auszuzahlen, wenn sich beide Elternteile um das Kind kümmern und dafür nur in Teilzeit arbeiten. Löblich.

Also endlich mehr "Zeit für die Familie" – wie es schon der Familienbericht vor einigen Jahren als wichtigstes Bedürfnis der deutschen Arbeitnehmer feststellte? Weniger Stress, mehr Entschleunigung wie sie jetzt zum Jahresanfang in allen Ratgeber-Schlagzeilen gepredigt wird und wirklich mal runterkommen? Nicht so ganz. Schließlich geht es ja auch darum, auf die Baby-Pause zu verzichten und gleich nach der Geburt wieder in den Job einsteigen zu können.

Irgendwann finanzielle Probleme

Vereinbarkeit ja, Entschleunigung Fehlanzeige. Aber ist diese wirklich noch nötig, wenn wir dann vielleicht endlich einen flexiblen Arbeitsmarkt bekommen und jeder in dem Modell weiterarbeiten kann, das er für richtig hält? Auch unsere neue Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig findet Flexibilität klasse und geht deshalb noch ein Stück weiter. Denn schließlich könnte ja derjenige, der weniger arbeitet irgendwann finanzielle Probleme bekommen.

Also brauchen wir Teilzeit-Jobs zu Vollzeit-Löhnen. Ich wäre dabei. Schade nur, dass bislang noch niemand gefunden ist, der das bezahlen will oder kann. Ob aus diesem Diskussionsbeitrag noch etwas wird, ist fraglich. Aber die Große Koalition ist ja erst am Anfang und sie scheint auch ganz auf der Entschleunigungswelle zu surfen. Von Einigungen zu den Vorhaben und Pläne für 2014 sind alle noch weit entfernt – das Jahr hat schließlich erst begonnen.

Viel vor sich hat aber nicht nur die Regierung. Auch viele Arbeitnehmer sind grundsätzlich motiviert, sich in ihrem Job mehr einzubringen. Das zeigte eine Studie des Personaldienstleisters ManpowerGroup. Doch sie stellen auch Forderungen: höhere Löhne. Fast jeder zweite möchte in diesem Jahr mehr Geld verdienen.

"Wir packen es an"

Mehr Zeit und mehr Geld also. Frau Schwesig ist mit ihren Plänen eben doch ganz nah dran an den Bürgern. Und da die Inflation ja auf einen Tiefstand ist, könnten wir vielleicht einfach ein bisschen Geld drucken. Das könnten wir wiederum für gute und leckere Lebensmittel ausgeben (Tipps gibt die Grüne Woche, die gerade in Berlin gestartet ist), an die wir uns über Weihnachten ja schon gewöhnt haben, damit die Umsätze der Wirtschaft ankurbeln und schon könnte die Politik ihre ganz eigene Slowtime weiterfahren.

Alle reden nur über Entschleunigung, aber wir packen es an. Schönes Wochenende!

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