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Kfz-Mechaniker unterstützt Ausbildung in Gambia 20 Tage, 7.000 Kilometer und sieben Länder

Holger Wötzel ist das, was man sich unter einem großen, starken Mann vorstellt. Sein Herz hat der Kfz-Mechaniker aus Aue mittlerweile an Afrika verloren. Angefangen hat alles 2007, als er einen Film über die Dresden-Dakar-Banjul-Rallye sah.

Damals reifte der Plan, etwas für Gambia zu tun. Am 8. Februar 2014 startete er dann in Aue in sein erstes eigenes Afrika-Abenteuer.

Die Rallye

Mit einem selbst umgebauten Ford Mondeo ging es los – von Aue über Dresden nach Gambia – über 7.000 Kilometer, quer durch sieben Länder in die Hauptstadt Banjul. Mit der "Dresden-Dakar-Banjul-Challenge" hatte Wötzel endlich das gefunden, was ihn sein Handwerk und den guten Zweck für Afrika verbinden ließ. Die Rallye startet jeweils im Frühjahr und Spätherbst. Nach rund 20 Tagen erreichen die Teilnehmer Banjul. Die Autos werden am Ziel für einen karitativen Zweck versteigert.

Der Zweck

In Gambia beträgt die Schulzeit für Kinder acht bis zehn Jahre. Eine Lehre machen die wenigsten, Arbeit ist rar. Die Jungen werden in Afrika von ihren Familien unterstützt – Mädchen stehen oft ganz ohne Hilfe und Arbeit da. Die Hilfsorganisation Dresden-Banjul-Organisation (DBO) hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation der Jugendlichen in Gambia zu verbessern. Dazu entstand in Sukuta nahe Banjul unter anderem eine Kfz-Lehrwerkstatt, für deren Einrichtung Wötzel nach seinem ersten Besuch in Afrika Geld und Sachspenden gesammelt hat. Bisher haben ihm das Glück und viele Spender geholfen, die Werkstatt mit einrichten zu können und Jungen wie Mädchen damit eine echte Perspektive zu geben.

Der Erfolg

Mit einer dreijährigen Ausbildung und einem eigenen Werkzeugkoffer von DBO ausgestattet können die Jugendlichen in Gambia in eine Zukunft gehen, die ihnen zumindest den Lebensunterhalt sichert. Vom Projekt und der Werkstatt profitiert auch der Ort. Die Lehrlinge reparieren Bagger oder Autos und übernehmen kleine Dienstleistungen für die Bewohner und die Organisation. Die Hotels der Umgebung beherbergen regelmäßig die Rallye-Teilnehmer und DBO-Personal.

Die Erfahrungen

Dass so eine Rallye nach Afrika kein Zuckerschlecken wird, konnte sich Holger Wötzel vorstellen. Doch was ihn dann wirklich erwartet hat, beeinflusst ihn bis heute. Armut, Elend und das ein­fache Leben in Afrika haben ihn auch an emotionale Grenzen gebracht. Das Land aber lässt ihn nicht los, denn die Menschen dort sind offen, freundlich und unsagbar dankbar für die Hilfe.

Die Hilfe

Wer die Organisation oder die Rallye mit Geld oder Sachspenden unterstützen möchte, kann das gern tun. Holger Wötzel sucht auch für die Rallye im März 2020 noch einen Transporter oder Kleinbus, der dann in Afrika versteigert wird. Treffen kann man ihn am 19. Juni in der IHK Chemnitz zur Veranstaltung "Business trifft Afrika", wo er von seinen Erfahrungen berichten wird.

Mehr Informationen zur Dresden-Dakar-Banjul-Challenge finden Sie im Internet unter rallye-dresden-dakar-banjul.com

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