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Homeoffice-Pauschale, Kindergeld und Corona-Prämie 15 Infos und Fakten zu Steueränderungen 2021

Im Jahr 2021 treten wieder zahlreiche – für Steuerzahler wegen Corona zumeist positive – Steueränderungen in Kraft. Hier bereits einige Fakten und Infos zu den interessantesten Steueränderungen.

1. Homeoffice-Pauschale

Für die Jahre 2020 und 2021 dürfen Steuerpflichtige, die zu Hause arbeiten mussten, jedoch die Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer nicht erfüllen, eine Homeoffice -Pauschale von 5 Euro pro Tag Homeoffice, maximal 600 Euro im Jahr steuersparend geltend machen. Voraussetzung: Diese Pauschale gibt es nur für Tage, an denen man ausschließlich zu Hause gearbeitet hat.

2. Behinderung feststellen lassen

Sind Sie Sie schon seit Jahren gesundheitlich angeschlagen und haben beim Versorgungsamt bislang noch keinen Antrag auf Feststellung eines Grads der Behinderung beantragt? Dann sollten Sie das schleunigst angehen. Denn ab dem Jahr 2021  verdoppeln sich die steuersparenden Behinderten-Pauschbeträge und es gibt bereits ab einem Grad der Behinderung von 20 einen Pauschbetrag. Durch den Behinderten-Pauschbetrag mindert sich das zu versteuernde Einkommen je nach Schwere der Behinderung zwischen 384 Euro und 7.400 Euro.

3. Höhere Pendlerpauschale

Für die Fahrten zur Arbeit (im Fachjargon erste Tätigkeitsstätte bzw. erste Betriebsstätte) dürfen Steuerzahler ab 2021 für die ersten 20 Kilometer eine Entfernungspauschale von 0,30 Euro pro km als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abziehen. Ab dem 21. Kilometer beträgt die Pendlerpauschale 0,35 Euro pro km.

4. Prämie für Geringverdiener

Liegt das zu versteuernde Einkommen eines Arbeitnehmers im Jahr 2021 unter dem Grundfreibetrag von 9.744 Euro/19.488 Euro (Ledige/Zusammenveranlagung), profitiert er steuerlich von höheren Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer leider nicht, weil er bei einem Einkommen unter dem Grundfreibetrag ja keine Steuern zahlen muss. Es kann sich 2021 erstmals trotzdem lohnen, eine Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Denn das Finanzamt spendiert Geringverdienern eine Mobilitätsprämie, wenn diese 2021 zur Arbeit pendeln und dabei einfach mehr als 20 Kilometer zurücklegen müssen.

5. Umsatzsteuer – Salto rückwärts

Die Botschaft von Bundesfinanzminister Olaf Scholz auf die Frage, ob die aktuelle Mehrwertsteuersenkung wegen der anhaltenden Corona-Pandemie nicht über dem 31. Dezember 2020 hinaus verlängert werden sollte, war eindeutig. Es besteht keine Veranlassung diese zeitlich beschränkte Senkung der Umsatzsteuersätze zu verlängern. Punkt. Das bedeutet: Spätestens zum 1. Januar 2021 müssen Sie in Ihren Rechnungen für 2021 ausgeführte Lieferungen und Leistungen wieder 19 Prozent und sieben Prozent Umsatzsteuer ausweisen.

6. Höhere Pflege-Pauschbeträge

Kümmern Sie sich nach Feierabend um pflegebedürftige Familienangehörige und bekommen dafür kein Geld, können Sie in der Steuererklärung dafür einen Pflege-Pauschbetrag beantragen. Ab 2021 bekommen Sie 600 Euro, wenn bei der pflegebedürftigen Person der Pflegegrad 2 festgestellt wurde. Bei Pflegegrad 3 winkt ein Pflege-Pauschbetrag von 1.100 Euro und bei den Pflegegraden 4 und 5 oder dem Merkzeichen H im Behindertenausweise sogar 1.800 Euro.

7. Grundfreibetrag/Reichensteuer

Im Jahr 2021 werden keine Steuern fällig, wenn das zu versteuernde Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 9.744 Euro/19.488 Euro (Ledige/Zusammenveranlagung) liegt. Ausnahme: Steuern können nur fällig werden, wenn der Grundfreibetrag unterschritten ist, der Arbeitnehmer jedoch Kurzarbeitergeld erzielt hat.

Der Spitzensteuersatz ändert sich im Jahr 2021 nicht. Er beträgt 42 Prozent. Doch Spitzenverdiener müssen bei einem besonders hohen Einkommen mit einem Steuersatz von 45 Prozent rechnen. Diese zusätzlichen drei Prozent Steuersatz gelten ab einem zu versteuernden Einkommen von 274.613 Euro/549.225 Euro (Ledige/Zusammenveranlagung).

8. Mehr Geld für Kinder

Eltern, die noch Kindergeld bekommen, dürfen sich ab 2021 freuen. Für jedes Kind überweist die Familienkasse ab Januar jeweils 15 Euro mehr Kindergeld. Auch der Kinderfreibetrag klettert im Jahr 2021 von bislang 5.172 Euro auf 5.460 Euro. Gleichzeitig erhöht sich 2021 auch der Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung von bislang 2.640 Euro auf 2.928 Euro. Unter dem Strich können sich Eltern in der Steuererklärung 2021 also über abziehbare Freibeträge je Kind von 8.388 Euro freuen.

9. Unterstützungsleistungen abziehen

Unterstützen Sie einen Elternteil oder ein Kind, für das Sie kein Kindergeld mehr bekommen, finanziell, können Sie im Jahr 2021 dafür Unterstützungsleistungen bis zu einem Höchstbetrag von 9.744 Euro als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Das klappt nur dann nicht, wenn das Kind Vermögen von mehr als 15.500 Euro hat. Gekürzt wird dieser Höchstbetrag um eigene Einkünfte und Bezüge der unterstützten Person, die über 624 Euro liegen.

10. Verbilligte Vermietung

Vermieten Sie ab 2021 eine private Immobilie an nahe Angehörige verbilligt, müssen Sie nur 50 Prozent der ortsüblichen Miete verlangen und können trotzdem die kompletten Ausgaben im Zusammenhang mit der Immobilie steuerlich geltend machen. Die Vermietungsverluste können mit anderen Einkünften (Gewinn aus Gewerbe, Arbeitslohn, Rente) steuersparend verrechnet werden. Voraussetzung: Im Rahmen einer Prognose müssen innerhalb von 30 Jahren insgesamt schwarze Zahlen geschrieben werden können. Aufgepasst: Beträgt die Miete im Jahr 2021 beispielsweise nur 45% der ortsüblichen Miete, lässt das Finanzamt auch die mit der Immobilie anfallenden Werbungskosten nur zu 45 Prozent zum Abzug zu.

11. Höherer Sonderausgabenabzug

Leisten Sie Beiträge in einen Basis-Rentenversicherung (sog. Rürup-Rente), dürfen Sie von den Beitragszahlungen im Jahr 2021 grundsätzlich 92 Prozent als steuersparende Sonderausgaben in Ihrer Steuererklärung 2021 geltend machen. 2021 sind jedoch nur Höchstbeträge abziehbar, nämlich 23.724 Euro/47.448 Euro (Ledige/Zusammenveranlagung). Das bedeutet, dass maximal Beitragszahlungen von 25.787 Euro/51.574 Euro (Ledige/Zusammenveranlagung) geleistet werden sollten.

12. Betriebliche Altersvorsorge

Entscheidet sich ein Arbeitnehmer dafür einen Teil seines Gehalts im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge in eine Direktversicherung, einen Pensionsfonds oder in eine Pensionskasse umzuwandeln, bleiben von den Beitragszahlungen im Jahr 2021 bis zu 6.816 Euro steuerfrei (acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung West in Höhe von 85.200 Euro). Sozialversicherungsfrei bleiben bei einer Entgeltumwandlung zu Gunsten einer betrieblichen Altersvorsorge im Jahr 2021 immerhin 3.408 Euro.

13. Steuervorteile für Alleinerziehende

Echte Alleinerziehende bekommen im Jahr 2021 einen Entlastungsbetrag für ein Kind in Höhe von 4.008 Euro. Für jedes weitere Kind, für das die oder der Alleinerziehende noch Kindergeld bekommt, winken jeweils weitere 240 Euro. Echt Alleinerziehend sind Eltern, die alleine und ohne einen neuen Partner mit ihren Kindern in einem Haushalt leben. Im Jahressteuergesetz 2020 wurde festgelegt, dass dieser Entlastungbetrag von 4.008 Euro auch für das Jahr 2022 gelten soll. Vor der Corona-Krise betrug der Entlastungsbetrag nur 1.908 Euro.

14. Solidaritätszuschlag ade

Der Solidaritätszuschlag ist ab 2021 für rund 90 Prozent aller Steuerzahler Geschichte. Der 5,5-prozentige Zuschlag auf die Einkommen- oder Körperschaftsteuer ist jedoch nicht ganz weg. Zahlen müssen den Soli weiterhin: Kapitalanleger für Kapitalerträge, die der Abgeltungsteuer unterliegen. Gesellschaften wie die GmbH oder die AG, die der Körperschaftsteuer unterliegen und Besserverdiener mit einer Einkommensteuerbelastung von mehr als 16.956 Euro/33.912 Euro (Ledig/Zusammenveranlagung).

15. Corona-Prämie

Hat Ihr Arbeitgeber im Jahr 2020 noch keine steuerfreie Corona-Prämie in Höhe von 1.500 Euro bezahlt? Kein Problem. Er hat auch im Jahr 2021 noch die Möglichkeit dazu. Denn in einer Mitteilung hat der Finanzausschuss des Bundestags angekündigt, dass im Jahressteuergesetz 2020 die Frist zur Auszahlung der Prämie bis zum Juni 2021 verlängert wird. Ursprünglich sollte die Corona-Prämie nur dann steuerfrei bleiben, wenn die Zahlungen zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 geleistet wird.

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