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Urteile und Hinweise, die nicht in den Steuergesetzen stehen 13 Spartrends, die Sie kennen sollten

Brauchen Sie dringend noch ein paar Steuersparideen? Dies sind die 13 effektivsten Steuerurteile und Spartrends vom Kindergeld über die Ferienwohnung und den Dienstwagen bis hin zum E-Bike.

1. Kindergeld: Noch bis 2017 aktiv werden

Haben Sie in den vergangenen ein oder zwei Jahren kein Kindergeld bekommen, obwohl Ihr Kind noch nicht 25 Jahre alt ist und sich noch in Ausbildung befindet, sollten Sie den Kindergeldantrag unbedingt noch bis zum 31. Dezember 2017 stellen. Denn bei Anträgen ab 1. Januar 2018 gewährt die Familienkasse das Kindergeld nur noch für die letzten sechs Monate. Bei Antragstellung bis 31. Dezember 2017 können Sie dagegen noch das Kindergeld für die vergangenen vier Jahre geltend machen.

2. Ferienwohnung verkauft: BFH verhindert Steuern

Haben Sie eine Ferienwohnung innerhalb von zehn Jahren nach deren Kauf mit Gewinn verkauft, besteuern die Finanzämter normalerweise einen Spekulationsgewinn. Doch dagegen lohnt sich Gegenwehr, wenn die Ferienwohnung bisher gar nicht vermietet wurde oder wenigstens in den letzten beiden Kalenderjahren und im Jahr des Verkaufs nicht mehr. Dann kann der Gewinn aus dem Verkauf steuerfrei kassiert werden (BFH, Urteil v. 27.06.2017, Az.: IX R 37/16).

3. Offene Ladenkasse: Zuschätzung nein danke

Ermittelt ein Handwerker seinen Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung und nutzt für seine Verkäufe eine offene Ladenkasse, muss er nach Ansicht des Bundesfinanzhofs kein Kassenbuch führen. Findet der Prüfer des Finanzamts keine Mängel, kann er nicht einfach aufgrund einer Softwareanalyse Zuschätzungen zum Gewinn und Umsatz vornehmen, nur weil fehlende Aufzeichnungen rechnerisch unterstellt werden (BFH v. 12.07.2017, Az.: X B 16/17).

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4. Vorsteuerabzug trotz  reiner Briefkastenanschrift

Nutzt ein Rechnungsaussteller in einer Rechnung eine postalische Anschrift, an der er nicht geschäftlich tätig ist, kippt das Finanzamt beim Rechnungsempfänger meist den Vorsteuerabzug. Das ist falsch, wie die Richter des EuGH nun klarstellten (C-374/16 und C-375/16). Weisen Sie den Prüfer des Finanzamts darauf hin, sollte er eine Vorsteuerkürzung durchsetzen wollen.

5. Steueranrechnung in Nebenkostenabrechnung

Wohnen Sie in einer gemieteten Wohnung, stecken in der Nebenkostenabrechnung möglicherweise Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen. Hier winkt in der Einkommensteuererklärung eine Steueranrechnung in Höhe von 20 Prozent der Arbeitsleistung. Gute Nachricht: Der Vermieter ist verpflichtet, Ihnen die betreffenden Ausgaben aufgeschlüsselt mitzuteilen (LG Berlin, Az.: 19 S 339/16).

6. Dienstwagen: Übernahme von Benzinkosten

Übernimmt ein Arbeitnehmer aufgrund einer arbeitsrechtlichen Vereinbarung die Benzinkosten für einen Dienstwagen, mindern die Zuzahlungen den geldwerten Vorteil nach der 1-Prozent-Regelung. Der Arbeitgeber muss weniger Lohnsteuer für die Privatfahrten einbehalten. Für die vergangenen Jahre kann der Arbeitnehmer die Reduzierung seines Arbeitslohns im Rahmen der Abgabe der Steuererklärung beantragen, sofern er für diese Jahre noch keine Steuererklärung abgegeben hat (BMF, Az.: IV C 5 – S 2334/11/10004-02).

7. Gehaltsextra Handy 2018 einfacher umsetzbar

Möchten Sie Mitarbeiter motivieren, kaufen Sie doch betriebliche Handys und überlassen ihnen diese zur beruflichen und privaten Nutzung. Dieses Gehaltsextra ist zum einen steuerfrei, zum anderen können Sie die Kosten für das Smartphone 2018 möglicherweise sofort als Betriebsausgaben geltend machen. Es winkt nämlich der sofortige Betriebsausgabenabzug 2018, wenn das Handy nicht mehr als 800 Euro netto kostet.

8. Sonderfall häusliches Arbeitszimmer

Erledigen Sie in Ihrem häuslichen Arbeitszimmer Ihre Büroarbeiten für Ihren Handwerksbetrieb, weil in anderen angemieteten Räumen sich entweder keine Schreibtische oder arbeitende Mitarbeiter befinden, steht Ihnen für das häusliche Arbeitszimmer ein Betriebsausgabenabzug in Höhe von 1.250 Euro zu.

9. Deutschkurs für Flüchtlinge: Keine Lohnsteuer

Stellen Sie Flüchtlinge in Ihrem Betrieb an und schicken sie zu Deutschkursen, stellen die Kosten dafür keinen Arbeitslohn dar. Die Kurskosten lösen also keine Lohnsteuerpflicht aus (BMF, Az.: IV C 5 – S 2332/09/10005).

10. Aufladen von E-Bikes steuerfrei

Darf ein Arbeitnehmer im Betrieb seines Arbeitgebers sein E-Bike kostenlos aufladen, stellt dieser Vorteil keinen Arbeitslohn dar. Die Steuerfreiheit gilt für alle E-Bikes, also auch für solche, die verkehrsrechtlich keine Fahrzeuge darstellen (BMF, Az.: IV C 5 – S 334/14/10002-06).

11. Abfindung: Günstige Besteuerung auch bei Eigenkündigung

Bekommen Arbeitnehmer nach Kündigung durch den Arbeitgeber eine Abfindung, kommt meist eine günstigere Besteuerung nach der Fünftelmethode in Betracht. In der Praxis stellte sich jedoch die Frage, ob die Fünftelmethode auch dann zur Anwendung kommt, wenn der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber um Auflösung des Dienstverhältnisses bitte. Die Antwort: Ja, das ist tatsächlich möglich (FG Münster, Az.: 1 K 3037/14 E).

12. Pauschalsteuer nach § 37b EStG kein Geschenk

Obwohl der Bundesfinanzhof entschieden hat, dass die Pauschalsteuer für Geschenke nach § 37b EStG ebenfalls ein Geschenk ist, wird diese Ansicht von den Finanzämtern weiterhin nicht geteilt. Das ist auch gut so. Denn dadurch hätten viele Unternehmer für Geschenke an Geschäftspartner und Kunden ihren Betriebsausgabenabzug und die Vorsteuererstattung wegen Überschreitung der 35-Euro-Höchstgrenze verloren.

13. Photovoltaikanlage: Steuersparidee Batteriespeicher

Planen Sie den Kauf und die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach Ihres Eigenheims und werden den Strom gegen Vergütung ins Netz eines Stromanbieters einspeisen, sollten Sie noch einen Schritt weiter denken. Denn lassen Sie gleich noch einen Batteriespeicher installieren, winkt Ihnen auch dafür der Vorsteuerabzug. Kaufen Sie erst die Anlage und rüsten diese später mit dem Batteriespeicher nach, ist der Vorsteuerabzug wegen der 100-prozentigen Nutzung der Speichers verloren.

>> Mehr Informationen beim Bayerischen Landesamt für Steuern

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