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Skurrile Kündigungsgründe 10 kuriose Gründe für eine Kündigung

Klassiker unter den Kündigungsgründen sind Beleidigung, Diebstahl und Arbeitsverweigerung. Arbeitsverhältnisse sind aber auch schon aus ganz anderen Gründen aufgelöst worden.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Kündigung: Tipps und Fallstricke

Kündigungen haben meist einen plausiblen Grund. Rechtsanwalt Markus Mingers, Inhaber der Kanzlei Mingers & Kreuzer, sind in seiner Berufslaufbahn aber auch schon skurrile Kündigungsgründe untergekommen:

1. Handy bei der Arbeit aufgeladen

Im nordrhein-westfälischen Oberhausen wurde ein Angestellter gekündigt, weil er sein Handy am Arbeitsplatz auflud. Begründung: Stromdiebstahl. Das Arbeitsgericht bewertete den Kündigungsgrund jedoch als unberechtigt, da der Streitwert nur bei etwa 0,014 Cent lag.

2. Arbeit unter Alkohol und Drogen

Zwei Angestellte des Münchner BMW-Werks kamen im März 2017 stark alkoholisiert und unter Drogeneinfluss zur Arbeit. Sie kollabierten am Fließband und stoppten so für kurze Zeit die Produktion. Es entstand ein Schaden in fünfstelliger Höhe. Einem der beiden Mitarbeiter wurde gekündigt, der andere wurde versetzt.

3. Beim Alter verschätzt

Eine Auszubildende schätzte das Alter der Lebensgefährtin ihres Chefs falsch ein. Sie dachte es wäre höher und kassierte dafür die Kündigung. Die Begründung: Beleidigung und respektloses Verhalten in Verbindung mit kleinen Fehlern bei der Arbeit. Die Auszubildende und ihr Chef einigten sich auf einen Vergleich.

4. Feuerwerk auf dem Dixi-Klo

Mit einem Feuerwerkskörper ließ ein Bauarbeiter ein Dixi-Klo explodieren, während ein Kollege es benutzte. Folge: Schwere Verletzungen und Verbrennungen im Genitalbereich. Der Verursacher wurde fristlos gekündigt. Das Arbeitsgericht Krefeld bestätigte 2010 die Kündigung, trotz 15-jähriger Betriebszugehörigkeit und einer ausgebliebene Abmahnung (Az. 2 Ca 2010/12).

5. Fragwürdige Lektüre am Arbeitsplatz

Die Originalausgabe von Hitlers "Mein Kampf" brachte einem Mitarbeiter eines Berliner Bezirksamts die fristlose Kündigung ein. Das Land Berlin entließ den Mitarbeiter, weil er das Buch während der Arbeitszeit las und wurde verklagt. Die Richter gaben dem Arbeitgeber Recht, denn als Repräsentant des Landes müsse der Angestellte in besonderer Weise für die freiheitlich-demokratische Grundordnung nach dem Grundgesetz einstehen. Das Hakenkreuz auf der Originalausgabe stellt ein verfassungswidriges Symbol dar, sodass der Mitarbeiter schwerwiegend gegen seine Verpflichtung verstoßen habe.

Die 10 skurrilsten Kündigungsgründe

6. Wenn der Glaube den Job kostet

Ein Callcenter-Mitarbeiter verabschiedete Anrufer stets mit einem "Vielen Dank für Ihren Einkauf, Jesus hat Sie lieb". Nach zahlreichen Aufforderungen, diese Floskel zu unterlassen, folgte die fristlose Kündigung. Die Kündigungsschutzklage auf Glaubensfreiheit beim Landesarbeitsgericht Hamm blieb erfolglos. Der Arbeitnehmer konnte nicht belegen, dass eine Unterlassung des Abschiedsgrußes zu einem Gewissenskonflikt geführt hätte (Az. 4 Sa 2230/10).

7. Weiterleitung beruflicher Mails an den Privataccount

In Frankfurt/Oder wurde einem leitenden Angestellten fristlos gekündigt, weil er Geschäftsmails mit betrieblichen Informationen und personenbezogenen Daten von Kunden an seinen Privataccount weiterleitete, um zuhause weiter zu arbeiten. Gemäß Urteil des Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg bestand in der Weiterleitung der E-Mails eine schwerwiegende Pflichtverletzung.

8. Nach dem Deutschlandlied die Kündigung

Auf die erste Strophe des Deutschlandliedes folgte für einen Angestellten aus Köln die fristlose Kündigung. Er sang das Lied während Geschäftspartner aus den USA anwesend waren. Dem Landesarbeitsgericht Köln hätte auch eine Abmahnung gereicht und beurteilte die Kündigung als unwirksam.

9. Schneckentempo

Weil eine angestellte Architektin bei einer Kreisverwaltung in Hessen zu lange für ihr Gutachten brauchte, wurde ihr nach mehrmaliger Ermahnung gekündigt. Zum Zeitpunkt der Kündigung arbeitete die bereits 96 Tage an dem Gutachten. Eingeplant waren 40 Tage. Das Gericht gab der Kündigung statt.

10. Mangelnde Hygiene

Ein anderer Architekt dem aufgrund mangelnder Hygiene gekündigt wurde, konnte sich nicht auf die Verletzung seine Menschenwürde berufen. Die Kündigung der Stadt Köln wurde wirksam, auch wenn der Angestellte seine Intimsphäre verletzt sah. dhz

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