Reise -

Dreharbeiten mit Daniel Craig James-Bond-Film "Spectre": 007 in Sölden

Ein Teil der Dreharbeiten zum James-Bond-Film "Spectre" fand in den Ötztaler Alpen statt. Ganz nach Agenten-Manier wohnte die Crew in einem coolen Design Hotel. Ein Besuch vor Ort.

James-Bond-Film "Spectre": 007 in Sölden
Und Action: Im vergangenen Winter fanden im Ötztal die Dreharbeiten zum James-Bond-Film "Spectre" statt. -

Sigi Grüner hätte als Double für James Bond eine wilde Verfolgungsjagd auf Skiern drehen können. Schließlich ist er mehrfacher Synchro-Ski- und Tiefschnee-Weltmeister. Seine Rolle für "Spectre" ist jedoch eine andere. Er war Gastgeber für die Stars des Films und Regisseur Sam Mendes. "Die Gäste haben schon geschaut, wenn plötzlich Daniel Craig neben ihnen im Aufzug stand", erinnert sich Grüner.

Ganz als diskreter Hotelchef lässt er sich wenig über seine prominenten Gäste entlocken. Nur so viel wird verraten: James Bond alias Daniel Craig wohnte im Prunkstück des Bergland Hotel Sölden – in der Gipfelsuite. Nach den Dreharbeiten konnte sich der Schauspieler hier auf 212 m² erholen. Ob er die Erholung am offenen Kamin, auf dem Panoramabalkon mit Blick auf die Ötztaler Alpen oder in einem der drei Schlafzimmer gesucht hat, bleibt ebenfalls ein Hotelgeheimnis.

"Bond-verdächtige" Wellnessoase

Sölden

2010 wurde das Bergland umgebaut und komplett neu gestaltet. "Wir haben versucht, im ganzen Haus einen ähnlichen Stil durchzuziehen", sagt Sigi Grüner. Dank des modernen und klaren Stils mit vielen natürlichen Materialien gehört das Vier-Sterne-Haus nun zum Kreis der Design Hotels, von denen es weltweit nur 284 gibt. Das Hotel strahlt ein entspanntes und unaufgeregtes Ambiente aus. Eine Bildergalerie prominenter Gäste sucht man vergebens. Es fällt daher nicht schwer, zu glauben, dass Stars wie Daniel Craig hier ungestört private Momente genießen konnten: "Ohne Allüren, er hat auch ganz normal mal an der Bar etwas getrunken", erinnert sich Sigi Grüner. Bond-verdächtig ist der Name der 1.700 m² ­großen Bergland-Wellnessoase, die im 5. Stock allen Gästen zur Verfügung steht: Sky Spa – inklusive Bergblick.

Die Dreharbeiten zu "Spectre" fanden im vergangenen Winter in Sölden statt. Während die Skifahrer über 145 Pistenkilometer jagten, jagte James Bond Bösewichte. In "Spectre" wird also die Bergwelt von Sölden wiederzuerkennen sein. Etwa die Gletscherstraße hinauf zum Rettenbach- und Tiefenbachgletscher.

Offizielle Saisoneröffnung am 21. November

Der Gletscher ist seit Anfang Oktober wieder geöffnet, am 21. November findet Söldens offizielle Saisoneröffnung am Giggijoch statt. Sölden bietet als einziges österreichisches Skigebiet drei Dreitausender, die mit Liftanlagen zu erreichen sind. Die "Big 3" sind der Gaislachkogl (3.058 m), der Tiefenbachkogl (3.250 m) und die Schwarze Schneid (3.340 m).

Ein anderer Drehort war an der Bergstation des Gaislachkogl. Hier oben war neben dem Restaurant Ice Q extra für den Film eine Art Garage aufgebaut worden. Die Kulisse stand noch lange nach den Dreharbeiten. Das Ice Q in Form eines Glaswürfels bietet auf 3.048 m Seehöhe Gourmetküche. Den Panoramablick vom Gaislachkogl kann man nur hier genießen. Kulinarisch laden noch über 30 andere Skihütten und Restaurants im Skigebiet zu Tiroler Köstlichkeiten ein. Außerdem ist Sölden für seinen Après-Ski bekannt, der später im Ort gefeiert wird.

Im gesamten Ötztal stehen über 300 Pistenkilometer zur Verfügung. Auch die zweite Ötztaler Skiregion Obergurgl-Hochgurgl, der "Diamant der Alpen", startet am 12. November offiziell in die neue Wintersaison und öffnet seine 110 Pistenkilometer. Doch bevor es auf die Bretter geht, steht noch ein Besuch im Kino auf dem Programm. "Spectre" lief am 5. November an.

"Der schönste Beruf"

Sölden

Hotelchef Sigi Grüner ist dreifacher Synchro-Ski-Weltmeister und fünffacher Tiefschneeweltmeister, Schafbauer und Zimmermann.

DHZ:
Wie kam es, dass Sie sich für eine Lehre als Zimmerer entschieden haben?
Sigi Grüner: Ich habe mich immer für das Handwerk interessiert. Schon als kleiner Junge habe ich auf kleinen Baustellen bei uns mitgearbeitet. Zuerst wollte ich dann Skirennläufer werden. Als daraus nichts wurde, habe ich die Lehre zum Zimmerer begonnen. Für mich der schönste Beruf, den es gibt.

DHZ: Wie ging es dann weiter?
Sigi Grüner:
Nach der Lehre habe ich dann doch wieder mit dem Skifahren angefangen. Im Sommer habe ich also als Zimmerer gearbeitet und im Winter als Skilehrer. Als meine Skikarriere dann doch noch erfolgreich wurde, musste ich das Handwerk aufgeben.

DHZ: Würden Sie wieder eine Lehre im Handwerk machen?
Sigi Grüner: Ich kann nur jedem empfehlen, einen Handwerksberuf zu erlernen. Es gibt nichts Schöneres, wenn man sieht, was man mit seinen eigenen Händen geschaffen hat. Auch als Unternehmer hat mir die handwerkliche Ausbildung viel gebracht, weil ich so zu sagen die „Sprache der Handwerker“ spreche – besonders natürlich bei der Neugestaltung des Hotels vor fünf Jahren.

Sölden-Tipp

Einzigartig ist das Gletscherschauspiel "Hannibal". Vor der imposanten Kulisse des Rettenbachgletschers wird die historische Alpenüberquerung Hannibals mit Mitteln der Gegenwart nachgespielt: Bei der Performance sind unter anderem Pistenraupen, Hubschrauber, Fallschirmspringer und Flugzeuge im Einsatz. Leider ist das Spektakel erst wieder in der Saison 2016/2017 zu sehen. Eindrücke von "Hannibal 2015" hier.

Mehr zum Thema
© deutsche-handwerks-zeitung.de 2020 - Alle Rechte vorbehalten