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Wirtschaftspolitik Zypries sieht Zukunft des Meisterbriefes gesichert

Damit es im Handwerk weiter rund läuft, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören auch Beibehaltung von Meisterbrief und Kammersystem.

Neben vollen Auftragsbüchern sorgen Verhandlungserfolge in Brüssel für Erleichterung im Handwerk und in der Bundesregierung. "Der Meisterbrief ist erhalten geblieben", sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD). Die SPD-Politikerin würdigte das gemeinsame Engagement von Handwerksverband, Bundestag und Bundesrat sowie Gewerkschaften beim gemeinsamen Pressegespräch mit dem Handwerk.

Sie zeigte sich zuversichtlich, dass jetzt auch das Europäische Parlament zustimmen wird. "Wir haben keine gegenteiligen Erkenntnisse", fügte sie hinzu. Auch ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer unterstrich den Einsatz der Ministerin in Brüssel und seine Folgen. "Meisterbrief und gesetzliche Mitgliedschaft in den Kammern als unabdingbare Erfolgsfaktoren für das deutsche Modell der dualen Ausbildung bleiben", sagte er.

Kompetenzzentrum Digitales Handwerk bekommt Schaufenster zum Bau

Als neue Herausforderung für das Handwerk nannte Wollseifer neben der Stärkung der dualen Ausbildung und der Fachkräftesicherung die Digitalisierung im Handwerk. Die große Zahl der Betriebe begreife die Digitalisierung als Chance. Er begrüßte, dass das Bundeswirtschaftsministerium ab Sommer 2018 das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk um ein fünftes Schaufenster ausbauen werde: die "Digitale Baustelle". Wie Zypries ergänzte, wird es in Krefeld angesiedelt.

An den anderen Standorten werden schon heute die Schwerpunktthemen IKT-Technologie, digitale Produktionsprozesse, Organisationsoptimierung und neue Geschäftsmodelle vertieft. Darüber hinaus fördert das Ministerium Beratungsleistungen zur Digitalisierung (go digital) sowie ein gemeinsames Projekt zu digitalen Ausbildungsinhalten im Elektrohandwerk.

Zypries will Kosten für Meisterprüfung übernehmen

Mit Blick auf die finanzielle Unterstützung der beruflichen Bildung betonte Zypries, dass die Bundesregierung die überbetrieblichen Ausbildungsstätten mit rund 47 Millionen Euro im Jahr unterstütze. Zudem stünden rund acht Millionen Euro für die Digitalisierung der Berufsbildungsstätten bereit. Angesichts der Forderung Wollseifers nach einer kostenfreien Meisterausbildung analog zum Studium verwies Zypries auf ihren Vorschlag, künftig die Prüfungskosten bei der Meisterprüfung zu übernehmen.

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