FBG- und OHRIS-Gütesiegel für mittelfränkische Metzgereien Wolfgang Lutz und Jörg Weckerlein
Die Metzgerei Lutz aus Roth und die Metzgerei Weckerlein aus Seukendorf haben integrierte Arbeitsschutz-Management-Systeme eingeführt, um ihren Betriebsablauf sicherer zu machen. Als Grundlage dienten die Programme „Sicher mit System“ der Fleischerei-Berufsgenossenschaft (FBG) und OHRIS (Occupational Health- and Risk-Management) der Gewerbeaufsicht in Bayern.
Dabei wurde unter anderem ein Handbuch erstellt, das nicht nur Maßgaben für den Arbeits- und Gesundheitsschutz beinhaltet, sondern auch wichtige Vorschriften zu Qualitätssicherung und Hygiene zusammenfasst. In der Umsetzung wurden beide Betriebe von der Handwerkskammer für Mittelfranken in Nürnberg und der FBG in Mainz unterstützt.
Die Feinkostmetzgerei Lutz ist eine handwerkliche Fleischerei mit circa 30 Mitarbeitern, die 2005 ihr 100-jähriges Betriebsjubiläum feierte. In der vierten Generationen wird sie von Wolfgang Lutz geleitet und hat ihre Schwerpunkte im Partyservice, Ladengeschäft und Großhandel.
Die Teilnahme am Unternehmermodell der FBG machte dem 37-jährigen Inhaber die Wichtigkeit von Sicherheitsmaßnahmen und Gesundheitsschutz erst bewusst.
Es folgten Betriebsbegehungen mit der Suche nach Unfallursachen wie „Stolperfallen“, Mitarbeiterschulungen, die Ausbildung von zwei Sicherheitsbeauftragten (einer für Produktion/Verkauf, einer für Zerlegung/Versand) und die Teilnahme am Prämienverfahren der FBG.
Die über ein halbes Jahr dauernden Zertifizierungsverfahren brachten viele Einzelmaßnahmen mit sich. So wurden „Organigramme“ mit Stellenbeschreibungen aller Arbeitskräfte angefertigt und die Produktionsprozesse analysiert. Eine exaktere Verteilung der Aufgaben verbesserte die Arbeitsbedingungen. Die Fahrer der Lutz-Lieferfahrzeuge durften Verkehrssicherheitstrainings absolvieren. Künftig lässt Wolfgang Lutz alle Beschäftigten bei Anschaffungen in ihrem Bereich mit entscheiden, zum Beispiel die Fahrer über das Lkw-Modell: „Wenn jemand stundenlang fährt, soll er sich dabei auch wohlfühlen.“
Jörg Weckerlein beschäftigt in seiner Metzgerei mit sieben Filialen in den Landkreisen Fürth und Nürnberg rund 40 Mitarbeiter. Der 40-Jährige zeigte sich froh über jede einzelne erreichte Verbesserung im Arbeitsschutz – seien es neue Stechschürzen bei der Zerlegung, die Verbannung spitzer Messer von der Ladentheke oder E-Checks an den Fleischereimaschinen.
Stefan Zeiler, Leiter des Gewerbeaufsichtsamtes Nürnberg, überreichte OHRIS-Urkunden an beide Metzgermeister, die nun zu einem exklusiven Kreis zählen: Nur 33 Betriebe in Mittelfranken (davon zwölf Metzgereien) tragen bis dato dieses drei Jahre geltende Qualitätssiegel für Arbeitssicherheit. Es sollten noch weit mehr werden, ereignet sich laut Zeiler doch bundesweit noch immer alle 25 Sekunden ein meldepflichtiger Arbeitsunfall.
Wichtigstes Ziel der Zertifizierung sei verbesserte Arbeitsorganisation. Dem Unternehmer winkten als Lohn dafür Entbürokratisierung und weniger amtliche Kontrollen. FBG-Aufsichtsbeamter Wolfgang Klein, der den Betrieben ebenso gratulierte wie Wilhelm Scheuerlein von der Handwerkskammer für Mittelfranken und Dieter Güthler vom Gewerbeaufsichtsamt, wies zudem auf die Werbewirksamkeit der Auszeichnungen und ihren baren Nutzen hin – die FBG gewährt als „Zuckerl“ dafür noch einen einprozentigen Beitragsrabatt.
Kopf der Woche
Der CDU-Politiker Peter Altmaier ist diese Woche als neuer Bundesumweltminister vereidigt worden. Der 53-Jährige ist siebter Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit - ihn erwarten komplexe Aufgaben mit mehreren Unbekannten.