Die Bürger müssen für die Förderung der erneuerbaren Energien immer tiefer in die Tasche greifen, doch ihre Zustimmung zum Ausbau der Erneuerbaren ist nach wie vor hoch.
93 Prozent der Deutschen unterstützen den Ausbau der erneuerbaren Energien. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien durchgeführt hat. Befragt wurden rund 3.800 Personen bundesweit.
"Die deutsche Bevölkerung steht weiterhin in großer Geschlossenheit hinter dem Ausbau der erneuerbaren Energien", sagte Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. Denn die Umstellung der Energieversorgung bringe dem Wirtschaftsstandort Deutschland und den Bürgern klare Vorteile.
Das zeigt auch die Studie. 74 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass erneuerbare Energien zu einer sicheren Zukunft nachfolgender Generationen beitragen. Weitere Vorteile des Ökostroms sehen die Befragten im Klimaschutz (70 Prozent) und der Unabhängigkeit von Energieimporten (61 Prozent).
Auch Anlagen erneuerbarer Energien im direkten Wohnumfeld der Befragten stießen bei der Umfrage auf eine hohe Akzeptanz. Zwei Drittel der Befragten sind nach eigenem Bekunden gegenüber solchen Anlagen in der Nachbarschaft aufgeschlossen. 77 Prozent der Befragten würden, wenn sie die Auswahl hätten, am liebsten in der Nähe eines Solarparks wohnen. Auf Platz zwei kamen Windenergieanlagen mit 61 Prozent.
Durch den Ausbau erneuerbarer Energien wird künftig der Ausbau des Stromnetzes notwendig. Bei der Umfrage wurde deshalb auch abgefragt, unter welchen Umständen die Bürger dem Bau einer neuen Stromtrasse zustimmen. 77 Prozent der Befragten stimmten dem unterirdischen Netzausbau zu. Neuen Leistungen akzeptieren 63 Prozent, wenn sie Strom aus regionalen Anlagen transportieren.
Aktuell beträgt die Ökostromumlage 3,6 Cent pro Kilowattstunde. Experten gehen davon aus, dass sie von 2013 an auf über 5 Cent steigen wird. Die Umlage von 3,5 Cent hatten bei der Umfrage im vergangenen Jahr 53 Prozent der Befragten als "angemessen" erachtet. Eine Umlage von rund fünf Cent befürworten in der aktuellen Umfrage nur 46 Prozent. 51 Prozent der Befragten halten sie sogar für zu hoch. Der Rest der Befragten fand die Umlage zu niedrig oder enthielt sich.
"Da faktisch nur noch die Hälfte der EEG-Umlage dem Ausbau der erneuerbaren Energien dient, der übrige Teil der Umlage jedoch vor allem industriefördernde Funktion hat, gerät die Akzeptanz in Gefahr", warnt Vohrer. Angesichts steigender Belastungen für Privathaushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen forderte er, dass die Umlagegerechtigkeit nicht aus den Augen verloren werden dürfe. dhz
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