Die Friseure setzen stärker auf Kundenorientierung. Zumindest was ihre neue Ausbildungsordnung angeht. Das Regelwerk, das im August in Kraft treten wird setzt neue Schwerpunkte. Von Frank Muck
Bei der Modernisierung haben sich die Bildungsexperten des Verbandes auf bestimmte Schwerpunkte konzentriert. Ein Aspekt ist das Kundenmanagement. Angehende Friseure sollen demnach stärker kundenorientiertes Handeln lernen. Neben der fachlichen Qualifikation stehe beim Friseur eben der direkte Kundenkontakt im Vordergrund, zu dem der Kundenempfang über die Beratung bis zum Produktverkauf gehöre. Geschäftlichen Erfolg könne der Betrieb nur über kundengerecht zugeschnittene Dienstleistungen sichern. "Der Erfolg eines Friseurs hängt zu 50 Prozent von seiner fachlichen Leistung und zu 50 Prozent vom geeigneten Umgang mit den Kunden ab", sagt Andreas Hoffmann, Vizepräsident des Zentralverbandes des deutschen Friseurhandwerks (ZV) und Mitglied der Sachverständigenkommission bei der Novellierung der Ausbildungsordnung.
Die kommunikativen Fähigkeiten werden durch flexiblere fachliche Inhalte ergänzt. Die Unternehmen können zum Beispiel ihre Ausbildung am Salonkonzept ausrichten. Mithilfe von Wahlmodulen wie "Pflegende Kosmetik/Visagistik", "Langhaarfrisuren/Finish "Nageldesign/-modellage", "Haaransatz" und "Coloration" können die Ausbilder Schwerpunkte setzen, um ihrem Kundenprofil und den Neigungen des Lehrlings gerecht zu werden. Im Mittelpunkt stünden jedoch weiterhin die Kernkompetenzen, wie etwa Haarschnitt und Styling.techniken“.
Neu organisiert wurde auch die Gesellenprüfung. Die Bildungsexperten haben die Prüfung über die gesamte Ausbildungszeit gestreckt. Ein Teil erfolgt nach 18 Monaten, der abschließende Teil am Ende der Ausbildung. Die bisherige Zwischenprüfung entfällt. Die Prüfungsergebnisse des ersten Teils werden mit 25 Prozent auf das Gesamtergebnis angerechnet. Ziel dieser Änderung seien bessere Leistungen der Lehrlinge. Die Auszubildenden müssten nun vom ersten Tag an lernen, da sich ihre Ergebnisse im abschließenden Resultat wiederfinden. Der damit bezweckte Motivationsschub soll die Leistungen in Beruf und Schule verbessern.
Meinung
"Wer nicht wirbt, stirbt." So hat Henry Ford schon vor hundert Jahren den Wert von Werbung beschrieben. Der amerikanische Automobil-Tycoon hat diesen Satz zwar vor allem auf seine eigenen Fahrzeuge bezogen und weniger auf ganze Wirtschaftsbereiche. Doch auch ein Bereich wie das Handwerk braucht Werbung, braucht den Austausch mit der Öffentlichkeit, wenn es langfristig nicht an Ansehen, Bedeutung und Image verlieren will.