Mindestlohn -

Flüchtlingspolitik Wollseifer gegen Mindestlohn-Ausnahme für Flüchtlinge

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt muss nach Ansicht von ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer auch ohne Ausnahmen beim Mindestlohn gelingen.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Mindestlohn

Nach Ansicht von Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sollten die bestehenden Ausnahmen beim Mindestlohn nicht für Flüchtlinge noch erweitert werden. "Das wäre eine indirekte Bevorzugung der Flüchtlinge beim Zugang zum Arbeitsmarkt“, sagte er im Interview mit dem Deutschlandfunk.

Vielmehr sollten die bestehenden Instrumente der Arbeitsagentur genutzt werden, so dass Flüchtlinge wie Langzeitarbeitslose sechs Monate vom Mindestlohn ausgenommen werden. Ziel müsse es sein, möglichst viele Flüchtlinge in Arbeit zu bringen. Dabei müsse auch bei den Flüchtlingen ein Bewusstsein geschaffen dafür werden, dass nur eine abgeschlossene Ausbildung eine Basis für ein selbstbestimmtes Leben in der Zukunft sein könne.

Politik muss für eine ausreichende Ausbildungsvorbereitung sorgen

Wie die bisherigen Erfahrungen gezeigt hätten, reiche die bisherige Qualifizierung der Flüchtlinge dafür aber oft nicht aus. Aufgabe der Politik sei es deshalb, für eine ausreichende Ausbildungsvorbereitung zu sorgen. Das Handwerk könne mit seinen 550 Bildungsstätten hier die nötige Unterstützung bieten. "Wir können schon relativ schnell eine größere Zahl junger Menschen qualifizieren", sagte er.

Wenn Flüchtlinge gut vorbereitet eine Ausbildung starteten, sei auch die Gefahr eines Ausbildungsabbruches deutlich geringer. Viele der jungen Leute seien hochmotiviert. Aber auch andere Flüchtlinge müssten in Arbeit gebracht werden. Zur Not müssten dafür auch staatliche Programme aufgelegt werde, forderte er.

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