Konjunktur -

Der Osten holt auf Wirtschaftskraft und Einkommen im Vergleich

Noch immer liegt die Wirtschaftskraft Ostdeutschlands über ein Viertel hinter der des Westens. Doch der Osten holt auf. Hier erfahren Sie, wie groß die Einkommensunterschiede noch immer sind – je nach Beruf und Wohnort.

26 Jahre ist die Wiedervereinigung nun her. 26 Jahre wurde daran gearbeitet, dass beide Teile Deutschlands wieder ein einigermaßen ausgeglichenes Wirtschafts- und Einkommensniveau hat. Trotz Fortschritten ist das noch nicht geglückt.

Die Wirtschaftskraft des Ostens liegt immer noch um mehr als ein Viertel unter dem Niveau der alten Länder. Das zeigt der aktuelle Jahresbericht der Bundesregierung zur Deutschen Einheit. Er wird an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett beraten; einige Tageszeitungen berichten vorab über die Ergebnisse.

Um rund 27,5 Prozent niedriger liegen die Werte für die Pro-Kopf-Wirtschaftskraft in Ostdeutschland. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner stieg von 1991 bis 2015 von 42,8 auf 72,5 Prozent des Niveaus der westdeutschen Bundesländer.

Trend der vergangenen fünf Jahre: Osten überholt Westen

Doch diese etwas ernüchternd klingen Zahlen verschweigen, dass die vergangenen fünf Jahre sehr erfolgreich für den Osten waren. So ist dem Bericht zufolge die Wirtschaftsleistung pro Einwohner in den ostdeutschen Bundesländern in dieser Zeit etwas stärker gestiegen als im Westen. Der Nachholbedarf ist also immer noch groß, aber das Tempo, indem der Osten aufholt, steigt. In den neuen Ländern habe es zwischen 2011 und 2015 ein nominales Plus von 12,4 Prozent gegeben, in den alten seien es 10,0 Prozent gewesen.

Problematisch wird für Ostdeutschland allerdings der starke Bevölkerungsrückgang. Seit dem Jahr 2000 gingen den neuen Ländern ohne Berlin den Angaben zufolge 6,4 Prozent ihrer Einwohner verloren. In den alten Bundesländern habe es im gleichen Zeitraum einen Bevölkerungsanstieg um 1,6 Prozent gegeben.

Was verdient mein Kollege im Westen?

Schaut man sich die Einkommensentwicklung an, so zeigen sich dabei allerdings zwischen Ost und West noch teilweise große Unterschiede. In vielen Berufen verdienten Beschäftigte in den alten Bundesländern teils bis zu mehreren hundert Euro mehr als ihre Kollegen im Osten. Das zeigt der  Entgelt-Atlas der Bundesagentur für Arbeit.

Das durchschnittliche Haushaltseinkommen lag laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2014 brutto bei 4.339 Euro im Westen und 3.215 Euro im Osten.

Schaut man sich einzelne Berufe an, so zeigen sich auch hierbei aktuell große Unterschiede: Verdienen Zimmerer beispielsweise im Schnitt in Rheinland-Pfalz 2.922 Euro, so sind es in Brandenburg nur 2.099 Euro. Maler und Lackierer verdienen in Baden-Württemberg 2.621 Euro brutto im Monat im Schnitt und in Thüringen nur 1.930 Euro. Bäcker bekommen in Nordrhein-Westfalen 2.273 Euro und in Sachsen nur 1.400 Euro (Zahlen des Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit).

Hier kann jeder das Einkommen der Berufe nach Bundesland vergleichen.>>>

Auch bei den Ausbildungsvergütungen gibt es Unterschiede. Zwar gehen immer mehr Tarifverträge in die Richtung, dass Einkommensunterschiede künftig ausgeglichen werden. Doch noch sind die Unterschiede Fakt.

Das zeigt auch die Top-Twenty der bestbezahlten Ausbildungsberufe im Handwerk.>>>

dpa/dhz

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