Für Ausbilder -

Lehrlinge anleiten Im Kleinbetrieb effektiv ausbilden

In kleineren Betrieben ist die Ausbildung von Lehrlingen oft anders strukturiert als in großen Unternehmen. Damit Kleinbetriebe erfolgreich ausbilden können, sollten sie einige Punkte berücksichtigen.

Die Ausbildung in kleineren Betrieben ist nicht mit einer Lehre in großen Unternehmen vergleichbar. Oft bekommen die Lehrlinge schon früh verantwortungsvolle Aufgaben und lernen schnell umfassende Arbeitsabläufe kennen. Eine Ausbildung in einer kleinen Firma bringt also durchaus Vorteile mit sich. Dennoch ist die Ausbildungsbeteiligung von Kleinbetrieben in den letzten Jahren zurückgegangen. Damit die Lehre ein Erfolg wird, sollten Ausbilder in kleinen Firmen einige Punkte beachten.

Lernkultur entwickeln

Das Lernen ist vor allem dann erfolgreich, wenn die Auszubildenden in die Arbeitsabläufe eingebunden sind. Hierdurch lässt sich eine Lernkultur entwickeln, die den Azubi schnell voran bringt. Werden regelmäßig Probleme besprochen? Wird der Lehrling an der Lösung von Problemen beteiligt? Gibt es einen festen Ansprechpartner? So kann, auch wenn es im Betrieb keinen hauptberuflichen Ausbilder gibt, die Kommunikation sowie die Kooperation, und damit die Lernkultur systematisch verbessert werden.

Ausbildungsplan erstellen

Arbeitsaufgaben sind die zentralen Elemente für jedes Lernen im Arbeitsprozess. Die Auswahl und Aufbereitung von Aufgaben ist deshalb für den Erfolg der Ausbildung ein entscheidender Faktor. Fragen, die sich der Betrieb vor der Ausarbeitung eines Ausbildungsplans stellen sollte sind beispielsweise: Was sind die Grundlagen für die Ausbildung? Was ist die Informationsbasis? Wann immer möglich, sollten sich Azubis selbst Informationen für die Erledigung einer Aufgabe erarbeiten. Dies setzt jedoch eine Basis an Informationen voraus, die dem Lehrling vorab mit an die Hand gegeben werden müssen.

Lernpass als sinnvolle Hilfe

Ein Lernpass soll sicherstellen, dass Auszubildende das lernen, was durch die Ausbildungsordnung und den betrieblichen Ausbildungsplan festgelegt wurde. Um die Ziele der Ausbildung zu erreichen, kann der Lernpass in zwei Bereiche unterteilt werden. Zum einen aufgabenbasiert: Hier enthält der Lernpass alle Arbeitsaufgaben, die der Lehrling bearbeiten soll. Zum anderen qualifikationsbasiert: Hier sind alle Qualifikationen aufgeführt, die der Auszubildende erreichen sollte.

Mit Arbeitsaufträgen motivieren

Arbeitsaufträge sollten für den Azubi besonders lernwirksam gestaltet werden. Dadurch werden Erfolgserlebnisse gefördert und gleichzeitig gezeigt, wie mit Fehlern am besten umgegangen werden kann.

Nachbereitung sicherstellen

Um für einen dauerhaften Lernerfolg zu sorgen, ist es wichtig, auch an die Nachbereitung der vom Lehrling ausgeführten Aufgaben zu denken. Eine sorgfältige Besprechung im Anschluss an die Arbeiten trägt dazu bei, die Handlungsabläufe langfristig im Gedächtnis des Azubis abzuspeichern. Damit ein optimaler Nutzen erreicht wird, ist es sinnvoll sich vorab zu überlegen, worin die Nachbereitung bestehen soll.

Neue Medien einsetzen

In der heutigen Zeit sind  elektronische Medien häufig wichtige Hilfen. So auch bei der Ausbildung. Ein arbeitsplatznaher Einsatz elektronischer Medien (beispielsweise eines Tablets), kann vor allem für die Vor- und Nachbereitung von Aufgaben hilfreich sein.

Praktisches Infomaterial in vier Modulen

Um die genannten Punkte noch weiter zu vertiefen, bietet das Bundesinstitut für Berufsbildung auf seinem Internetportal "foraus.de" Kleinbetrieben Unterstützung und Orientierung bei der Planung und Umsetzung der Berufsausbildung an.

Neben Materialien zur Weiterbildung finden Ausbildende Betrieb auch Möglichkeiten zur Diskussion mit anderen Ausbilderinnen und Ausbildern.

Unter dem Titel "Planmäßig ausbilden im Kleinbetrieb" stehen vier Module mit praxisnahen Informations- und Arbeitsmaterialien zur Verfügung. Die Lernbögen und PDF-Dokumente können direkt auf der Internetseite heruntergeladen werden.   dhz

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