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Digitalisierung Apps - so profitieren Handwerksbetriebe

Die Digitalisierung erreicht auch kleine und mittlere Unternehmen aus dem Handwerk. Während Apps im Privatleben längst gewohnt sind, werden sie in Betrieben noch kaum genutzt. Dabei bieten sie viele Chancen.

Die Digitalisierung kommt. Sie verändert den Markt, in jedem zweiten Unternehmen wird sich das Geschäftsmodell über kurz oder lang ändern – das zeigt eine Studie des Branchenverbandes BITKOM.

Wie immer bei großen Veränderungen bleiben Unternehmen skeptisch. 70 Prozent sehen die Digitalisierung laut einer Deloitte-Studie als große Herausforderung und ein Großteil schätzt den eigenen Digitalisierungsgrad noch als gering ein. Doch dass die Modernisierung angegangen werden muss, ist den meisten bewusst. Kritisch eingestellt sind vor allem viele Chefs der kleinen Unternehmen mit 20 bis 49 Mitarbeitern – in dieser Gruppe ist nur rund die Hälfte aufgeschlossen, ein Viertel unentschieden und 20 Prozent lehnen die Digitalisierung direkt ab.

Sie gehen möglicherweise davon aus, dass Digitalisierung nur etwas für Konzerne ist, für Unternehmen, die nichts mit dem Handwerk zu tun haben. Dabei irren sie sich gewaltig – und verpassen eine große Chance.

Die Digitalisierung erfasst nach und nach alle Bereiche, und auch wenn sie von den "Großen" ausgeht, wird sie auch kleine und mittlere Unternehmen bald erreichen. Es gibt auch konkrete Vorteile für kleine Unternehmen und Mittelständler. Nicht nur können sie ihre Produktion effizienter gestalten, sondern vor allem unnötige Ausgaben in der Verwaltung einsparen. Eine Baufirma mit unter 50 Mitarbeitern beispielsweise könnte sicherlich 100.000 Euro pro Jahr an Verlusten vermeiden, wenn die Mitarbeiter ihre Zeiten richtig eintragen oder die Stunden auf der Baustelle korrekt erfasst würden.

Apps im Handwerk

Während einige Unternehmen dem Digitalen noch nicht trauen, sind wir im Privatleben schon längst voll digitalisiert. So gut wie jeder Mitarbeiter besitzt ein Smartphone oder Tablet und wir nutzen Apps für alle Bereiche, von der Unterhaltung über Navigation bis zum persönlichen Assistenten. Dieses Potenzial lässt sich auch für Unternehmen nutzen.

Apps für Unternehmen lassen Mitarbeiter ihre Zeit minutengenau erfassen, egal wo sie sich befinden. Sie funktionieren auf Smartphones, Tablets und auf dem Laptops. Dabei unterteilt sich die Anwendungen - z.B. bei "Mobiflex" - in zwei große Ansätze: Projekte, die zentral eingespielt werden und frei definierte Arbeiten. Die Daten werden in der App erfasst und auch gleich in das Backoffice übertragen. Bei vorher eingespielten Projekten werden die erwarteten Mengen und Maßeinheiten angezeigt, damit eine Fortschrittsdokumentation einfach möglich wird. Eine freie Eingabe von Daten (z. B. bei Zusatzleistungen) ist jederzeit möglich.

Im Backoffice kann jederzeit der Baufortschritt in der Übersicht dargestellt werden und auch Teilbereiche können zur Fakturierung exportiert werden. Werden "kleine" Arbeiten oder beispielsweise auf Zuruf auf der Baustelle Arbeiten erledigt, werden diese Leistungen ebenfalls als "Arbeitsreport" erfasst – bis hin zur Unterschrift auf dem Tablet, falls nötig.

Das Bauunternehmen erhält so eine schnelle, aktuelle und detaillierte Übersicht über Arbeitsstunden, kann seine Buchhaltung zentral digitalisieren und mit dem Auftraggeber präzise abrechnen. Der Mitarbeiter muss keine Formulare mehr ausfüllen, sondern kann sein Smartphone vor Ort nutzen.

Apps im Handwerk müssen jedoch nicht unbedingt der Zeiterfassung dienen. Eine weitere Anwendung könnte eine Teiledatenbank sein: der Installateur müsste nur den Barcode der Heizung mit dem Handy fotografieren und könnte sofort auf die Bedienungsanleitung und eine Liste aller verfügbaren Teile zugreifen.

Apps können jedoch auch Nachteile mit sich bringen, etwa wenn es um die Vielfalt der Geräte geht. Handelt es sich um native, also für ein bestimmtes Gerät entwickelte Apps, kann es sein, dass die App zwar auf allen iPhones, aber nicht auf Android läuft. Außerdem sind die Mitarbeiter unterwegs und auf Baustellen nicht immer in der idealen Zone für eine gute Netzverbindung und damit nicht immer mit dem Server verbunden. Müssen sie also erst zum nächsten WLAN-Zugangspunkt laufen, ist der mobile Vorteil schnell ins Gegenteil verkehrt.

Geräteüberfreifende Nutzung

Moderne Apps jedoch bieten clevere Lösungen: sogenannte Web-Apps, also für und mit Internetplattformen entwickelte Apps auf HTML5-Basis laufen nicht nur auf jedem Gerät – genau wie sich Internetseiten auf jedem Computer öffnen lassen – sondern sie haben einen eingebauten Speicher, sodass sie auch noch funktionieren, wenn das Gerät offline ist. Dann speichert die App einfach alle Eingaben in ihren internen Speicher, um sie bei der nächsten Mobilverbindung mit dem Server zu synchronisieren. So gehen keine Informationen verloren, und der Benutzer kann trotzdem überall auf seine App zugreifen.

Unternehmen kommen also um die Digitalisierung nicht herum. Web-Apps sind eine gute Möglichkeit, die Chance der Modernisierung zu nutzen. Vor allem kleine und mittlere Betriebe können dadurch effizienter und produktiver werden und Verluste vermeiden. Wichtig bei der App-Nutzung ist es, auf die Flexibilität der angebotenen Dienste zu achten: HTML5-Apps laufen auf jedem Gerät und können auch offline arbeiten.

Online-Plattformen wie orga.zone sind dabei, eine breite Auswahl solcher Apps bereitzustellen – um so die Digitalisierung in allen Branchen deutlich zu erleichtern. Auch kleine und mittlere Unternehmen sollten sich neue Angebote ansehen und prüfen, wie sie am besten von der Digitalisierung profitieren.

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Aps im Handwerk

Guten Tag,
leider kann ich keine Empfehlung für eine Ap zur Zeiterfassung in Ihrem Artikel finden. Also so kann ich mit dem Artikel wenig anfangen.
MFG
B. Schweizer