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Steuer aktuell Abgeltungsteuer: Werbungskosten trotzdem möglich?

Obwohl die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge bereits seit 2009 zur Anwendung kommt, beschäftigt sie noch heute die Gerichte. Hintergrund ist, dass Sparer seit 2009 keine Werbungskosten im Zusammenhang mit Kapitaleinkünften abziehen dürfen. Der Bundesfinanzhof erteilte dem Werbungskostenabzug nun erneut eine Absage.

Werbungskosten im Zusammenhang mit Zinsen. Dividenden oder Veräußerungsgewinnen aus Aktien oder Fonds sind bei Ermittlung des zu versteuernden Einkommens tabu. Jeder Sparer bekommt einen Sparerpauschbetrag von 801 Euro und damit sind auch angefallene Werbungskosten abgegolten. Dieser Grundsatz gilt selbst dann, wenn das Finanzamt die Kapitaleinkünfte nicht mit der Abgeltungsteuer besteuert, sondern im Rahmen der Günstigerprüfung mit dem persönlichen Steuersatz des Sparers.

Bundesfinanzhof bleibt beim Werbungskostenabzug hart

Die Richter des Bundesfinanzhofs betonten nun erneut, dass das Werbungskostenabzugsverbot seit 2009 verfassungskonform ist und versagten einem Kläger den Werbungskostenabzug. Die Richter betonten, dass ein Werbungskostenabzug selbst dann ausscheidet, wenn ab 2009 Werbungskosten (z.B. Beratungskosten) bezahlt wurden, die sich auf Kapitalerträge beziehen, die bereits 2008 zugeflossen und voll besteuert worden sind (BFH, Urteil v. 9.6.2015, Az. VIII R 12/14; veröffentlicht am 10.2.2016).

Tipp: Legen Sie also Geld an, kaufen Aktien oder investieren in Fonds, müssen Sie wissen, dass Sie etwaige Beratungskosten, Depotkosten oder Kontoführungsgebühren steuerlich nicht geltend machen können. Diese Kosten sollten deshalb minimiert oder ganz vermieden werden.

Weitere Steuertipps gibt es im DHZ-Steuerarchiv.

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