Wenn es kracht auf dem Dach - Erfurt - deutsche handwerks zeitung

Erfurt - Ausgabe 1-2/2009

Wenn es kracht auf dem Dach

Handwerkerstammtisch beim Komzet für Sicherheitssysteme

Interessierte Gäste: Überspannungsschutz war Thema des vierten Komzet-Stammtisches.Foto: Türk

Wenn es kracht auf dem Dach, kann es schon zu spät sein. Denn ist der Blitz erst in ein ungeschütztes Haus eingeschlagen, ist der Schaden meist enorm. Aufgrund der hochempfindlichen Elektronik reicht bereits eine Überspannung, um teure Fernsehgeräte oder Computer zu zerstören.

Wie der Aufbau und die Funktionsweise des Blitz- und Überspannungsschutzes speziell bei Photovoltaikanlagen aussehen sollten, darüber informierten Experten während des vierten Stammtisches des Kompetenzzentrums für Sicherheitssysteme der Handwerkskammer Erfurt. Eine wichtige Erkenntnis der Experten: Der Blitz- und Überspannungsschutz wird von vielen Verbrauchern immer noch vernachlässigt. Bei der Installation von Photovoltaikanlagen ist diese Sorglosigkeit ähnlich. Dabei können auch diese Anlagen bei Blitzeinschlag und Überspannung zerstört werden beziehungsweise über die Elektroverbindung zum Gebäude weitere Schäden verursachen. Allein im Jahr 2006 mussten die Versicherer Überspannungsschäden in Höhe von rund 240 Millionen Euro begleichen.

In ihren Ausführungen sensibilisierten die beiden Referenten, Andreas Müller von der Firma Citel und TÜV Thüringen-Mitarbeiter Jürgen Schmidt, die über 20 interessierten Handwerker für die Dringlichkeit des fachgerechten Einbaus von Blitz- und Überspannungsschutzanlagen auch für Photovoltaikanlagen. Bei privaten Hausbesitzern sei eine solche Vorsichtsmaßnahme zwar nicht vorgeschrieben. Spätestens im öffentlichen Bereich verlange dies jedoch die Bauordnung. Da die Photovoltaik noch ein junges Marktfeld ist, sind auch die Vorschriften für den Überspannungsschutz der Anlagen noch nicht ausgereift. Die Experten rieten jedoch, sich mit diesem Thema intensiver auseinanderzusetzen. Aufgrund des Klimawandels steige die Anzahl der Blitze in den letzten Jahren kontinuierlich an. Im Fall der Fälle sei eine Prophylaxe – also ein installierter Schutz – allemal billiger als der vom Blitz oder der Überspannung verursachte Schaden.

 
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