Rückgang bei zulassungspflichtigen Handwerken
Die Zahl der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Kassel ist im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent oder um 72 Betriebe leicht gesunken. Der Gesamtbestand lag damit zu Jahresbeginn bei insgesamt 15.358 Betrieben. Wie in den Jahren zuvor gab es eine sehr unterschiedliche Entwicklung zwischen den zulassungsfreien und den zulassungspflichtigen Handwerken. Zu diesem Ergebnis kommt der Präsident der HWK Kassel, Gerhard Repp, bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen.
Während es bei den zulassungspflichtigen, grundsätzlich meisterpflichtigen Handwerken einen Rückgang um 1,1 Prozent gegeben habe (2007: 10.978; 2008: 10.858), sei die Zahl der zulassungsfreien Handwerke, die ohne jegliche handwerkliche Qualifikation und damit auch ohne Gesellenbrief ausgeübt werden können, um vier Prozent angestiegen (2.220; 2.308). Damit war die Zuwachsrate deutlich geringer als im Vorjahr. Dieser Anstieg konzentriert sich auf wenige Berufe. Insbesondere auf das Fliesenleger- (+127 Betriebe), das Raumausstatter- (+71), das Gebäudereiniger- (+41) und das Fotografenhandwerk (+37). „Knapp 90 Prozent der neu eingetragenen Betriebe in den zulassungsfreien Handwerken verfügen über keinen handwerklichen Qualifikationsnachweis, daher gibt es in diesen Bereichen auch eine hohe Marktaustrittsrate“, so Repp weiter.
Der Anteil der von Inhabern aus den EU-Beitrittsländern geführten Betriebe liegt bei den zulassungsfreien Handwerken bei 8,3 Prozent, während er bei den zulassungspflichtigen Handwerken bei nahezu null ist.
Der Rückgang der Betriebszahlen im Gesamthandwerk komme nicht überraschend, zumal ein großer Teil der Personen, die infolge der Handwerksnovelle an einer selbstständigen Existenz im Handwerk interessiert waren, den Schritt in die Selbstständigkeit mittlerweile vollzogen haben dürften und zudem auch ein Rückgang der geförderten Existenzgründungen zu erwarten war.
Kopf der Woche
Der CDU-Politiker Peter Altmaier ist diese Woche als neuer Bundesumweltminister vereidigt worden. Der 53-Jährige ist siebter Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit - ihn erwarten komplexe Aufgaben mit mehreren Unbekannten.