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Ausbildungszahlen 2015 Weniger Auszubildende im Handwerk

Die Suche nach Auszubildenden in Handwerksberufen gestaltet sich weiterhin schwierig: Für 2015 verzeichnet das Handwerk 0,2 Prozent weniger neu abgeschlossene Ausbildungsverträge als im Vorjahr – so die vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Handy, Dienstwagen, Sportangebot – Arbeitgeber werben immer offensiver um Nachwuchs. Anlass dafür besteht auch im Handwerk: Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Angaben mitteilt, traten 2015 0,2 Prozent weniger Lehrlinge als 2014 eine handwerkliche Ausbildung an. Dem Negativ-Trend muss laut Dr. Jörg Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, der sich zu den aktuellen Zahlen äußerte, aktiv begegnet werden: "Wir brauchen eine flächendeckende und gleichwertige Berufs- und Studienorientierung an den Gymnasien, um den jungen Menschen die Möglichkeiten, die eine Ausbildung bietet, aufzeigen zu können."

Deutschlandweit entschlossen sich 2015 137.054 Jugendliche dafür, einen Handwerksberuf zu erlernen, davon 104.695 Männer und 32.359 Frauen, so die vorläufigen Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes. Insgesamt absolvieren in Deutschland aktuell 361.614 Jugendliche eine handwerkliche Ausbildung – 284.452 Männer und 77.162 Frauen. Mit Blick auf alle Ausbildungsbereiche haben im Jahr 2015 rund 516.200 Jugendliche in Deutschland einen neuen Ausbildungsvertrag im Rahmen des dualen Systems abgeschlossen. Nach bisherigen Ergebnissen waren das 2.200 Verträge oder 0,4 Prozent weniger als im Jahr 2014.

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge und Auszubildende im Handwerk 2015


Neu
abgeschlossene
Ausbildungs-
verträge
Veränderung
gegenüber
dem Vorjahr
Auszubildende
am 31.12. 2015
Veränderung
gegenüber
dem Vorjahr
Bundesland Anzahl Prozent Anzahl Prozent
Deutschland 137.054 -0,2 361.614 -2,1
Baden-Württemberg 19.245 - 46.980 -1,6
Bayern 25.925 -0,8 70.419 -1,8
Berlin 3.865 3,8 9.373 -3,5
Brandenburg 2.673 8,9 6.720 3,0
Bremen2) 1.067 -0,1 2.894 -
Hamburg 2.338 -0,6 6.087 -0,8
Hessen 9.276 0,5 24.424 -2,5
Mecklenburg-Vorpommern 1.886 2,4 4.958 1,5
Niedersachsen3) 16.508 -1,0 44.222 -2,8
Nordrhein-Westfalen 28.855 -0,1 78.441 -3,4
Rheinland-Pfalz 7.641 -1,7 20.289 -2,6
Saarland 1.988 -5,1 5.214 -5,9
Sachsen 4.735 2,2 12.449 3,6
Sachsen-Anhalt 2.592 -4,1 6.859 -5,1
Schleswig-Holstein 6.061 -0,2 15.943 -1,8
Thüringen 2.399 - 6.342 -
Früheres Bundesgebiet 118.904 -0,5 314.913 -2,4
Neue Länder und Berlin 18.150 2,2 46.701 -

1) Vorläufige Ergebnisse.
2) Die Meldungen liegen noch nicht vor, es wurden daher Daten des Vorjahres verwendet.
3) Die Meldungen liegen teilweise noch nicht vor, es wurden daher Daten des Vorjahres verwendet.
Quelle: Statistisches Bundesamt, vorläufige Ergebnisse, Stand: 05. April 2016

Nicht nur das Handwerk kämpft um Nachwuchs

Das Nachwuchsproblem ist jedoch kein handwerksspezifisches – im Gegenteil: Noch größere Rückgänge sind im größten Ausbildungsbereich, Industrie und Handel, zu dem auch die Ausbildungsberufe von Banken und Versicherungen gehören, festzustellen: Insgesamt wurden 1,1 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr. Im kleinsten Ausbildungsbereich, der Hauswirtschaft, sank die Zahl der neuabgeschlossenen Ausbildungsverträge 2015 um 7,5 Prozent. In den übrigen Ausbildungsbereichen – freien Berufen, Landwirtschaft und Öffentlicher Dienst – stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge an.

Demographische Entwicklung und Ansturm auf Hochschulen

Zurückzuführen ist der schon in den Vorjahren zu beobachtende rückläufige Trend, so das Statistische Bundesamt, maßgeblich auf die demographische Entwicklung in der für die duale Ausbildung typischen Altersgruppe. Zudem entscheiden sich Abiturienten eher für ein Studium. dhz

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2015 nach Ausbildungsbereichen und Ländern

Bundesland Insgesamt Industrie und
Handel
1)
Handwerk Landwirtschaft Öffentlicher
Dienst
2)
Freie Berufe 2) Hauswirtschaft
Deutschland 516.229 308.831 137.054 13.592 12.571 41.973 2.208
Baden-Württemberg 73.964 45.151 19.245 1.518 1.917 5.757 376
Bayern 92.504 54.218 25.925 2.122 1.852 8.123 264
Berlin 15.856 9.197 3.865 202 790 1.724 78
Brandenburg 10.220 5.997 2.673 502 413 568 67
Bremen3) 5.543 3.835 1.067 55 125 426 35
Hamburg 12.875 9.044 2.338 127 154 1.207 5
Hessen 36.750 22.908 9.276 680 1.009 2.877
Mecklenburg-Vorpommern 7.767 4.766 1.886 400 251 402 62
Niedersachsen4) 54.774 30.030 16.508 2.106 1.358 4.449 323
Nordrhein-Westfalen 115.398 70.796 28.855 2.460 2.361 10.454 472
Rheinland-Pfalz 25.722 14.469 7.641 714 633 2.103 162
Saarland 6.698 3.928 1.988 159 90 495 38
Sachsen 18.324 11.285 4.735 747 597 858 102
Sachsen-Anhalt 10.369 6.526 2.592 465 295 393 98
Schleswig-Holstein 19.432 10.288 6.061 904 478 1.701
Thüringen 10.033 6.393 2.399 431 248 436 126
Früheres Bundesgebiet 443.660 264.667 118.904 10.845 9.977 37.592 1.675
Neue Länder und Berlin 72.569 44.164 18.150 2.747 2.594 4.381 533

1) Einschließlich Banken, Versicherungen, Gast- und Verkehrsgewerbe.
2) Ohne Ausbildungsverträge, die nach dem Berufsbildungsgesetz bei anderen zuständigen Stellen (Kammern) außerhalb dieses Ausbildungsbereichs registriert werden.
3) Die Meldungen liegen noch nicht vor, es wurden daher Daten des Vorjahres verwendet.
4) Die Meldungen liegen teilweise noch nicht vor, es wurden daher Daten des Vorjahres verwendet.
Quelle: Statistisches Bundesamt, vorläufige Ergebnisse, Stand: 05. April 2016

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